Verschollene Altarbilder wieder aufgetaucht

Mitteilung vom 15.01.01
Presse-Infos | Der LWL

Nach fast 160 Jahren…

Fast 160 Jahre lang galten drei Bildszenen des Marienaltares der evangelischen Marienkirche in Bielefeld als unwiederbringlich. Rechtzeitig zum 600-jährigen Jubiläum des Altares im Mai 2000 machte Pastor Alfred Menzel in New York einen überraschenden Fund: Er entdeckte drei Darstellungen aus dem rechten Altarflügel und kaufte sie für die Kirchengemeinde zurück. Weil mit den Darstellungen Teile eines der bedeutendsten mittelalterlichen Kunstwerke Westfalen-Lippes zurück in die Region gekommen sind, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Bielefelder Marienaltar zum Denkmal des Monats Januar gekürt.

Bereits vor einigen Jahren hatte die Stadt Bielefeld aus diesem Darstellungszyklus das Pfingstmotiv gekauft und sie der Kunsthalle Bielefeld übergeben. „Da die Marienkirche die drei für sie verloren geglaubten Bilder wieder zur Mitteltafel zurückgeführt hat, hat die Stadt ihre Tafel der Kirche als Dauerleihgabe überlassen“, freut sich Brigitte Vöhringer. Die LWL-Diplom Restauratorin kennt die Tafeln gut, schließlich hat sie die Restaurierungskonzeption erstellt und die Restaurierung in der Zentralen Restaurierungswerkstatt des LWL in Gelsenkirchen beratend begleitet.

Den ursprünglichen Flügelaltar hat ein unbekannter Meister um 1400 geschaffen. Er hatte die großen Ausmaße von 1,82 Metern Höhe und 5,50 Meter Breite. 1840 wurde der Altar renoviert und zu einem neugotischen Hochaltar umgestaltet. Dabei wurden die Seitenflügel vom Mittelteil getrennt und angeblich verschenkt. Tatsächlich wurden die Seitenflügel aber zerschnitten und die insgesamt 18 Darstellungen einzeln oder in Gruppen verkauft. Von 15 dieser Darstellungen wusste man, dass sie über den Kunsthandel nach London und in die USA gelangt waren. Hier tauchten schließlich auch die drei verschollenen Bilder wieder auf.

Als diese drei Tafeln 1999/2000 restauriert wurden, sind sie gemeinsam mit der Tafel aus der Bielefelder Kunsthalle in Zweiergruppen übereinander an der Altarwand von 1840 angebracht worden – je zwei Tafeln rechts und links der Mitteltafel. So erinnern sie an die früheren Seitenflügel.

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