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Henrichshütte lädt zur Extraschicht

In der Schaugießerei fließt glühendes Metall. Foto. LWL/Hudemann
In der Schaugießerei fließt glühendes Metall.
Foto. LWL/Hudemann

Hattingen (lwl). Am Samstag (20.6.) legt das Revier wieder eine „Extraschicht“ ein. Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) feiert die 15. Nacht der Industriekultur an seinen fünf Ruhrgebiets-Standorten des LWL-Industriemuseums. Mit dabei: die Henrichshütte Hattingen.

150 Jahre lang stachen hier Hüttenwerker flüssiges Eisen ab. Heute ist Hochofen 3 der älteste Hochofen im Revier. An „Hot Spots“ auf dem Rundweg über das Gelände erzählt das LWL-Industriemuseum den Gästen der Extraschicht von Arbeit und Leben auf und mit der Hütte. Glühendes Metall fließt in der Schaugießerei, wo Hitze, Staub und der Geruch nach verbranntem Sand die Szenerie bestimmen. Spektakuläre Bilder auch in den Ausstellungen. „Uomo e Macchina. Mensch und Maschine“ zeigt Pino Bertellis Arbeiterporträts in toskanischen Betrieben. Unter der Erzbrücke führt die Ausstellung an die „Front 14/18. Der Erste Weltkrieg in 3D“. Ausgestattet mit Spezialbrillen folgen die Besucher zwei Soldaten an die West-Front. Ihre 3D-Fotos bewegen sich zwischen Tourismus in der Etappe und Tod an der Front.

Das Berliner Duo "Schwarz un Schmitz" ist auf der Kabarett-Bühne in Hattingen zu Gast. Foto: Schwarz un Schmitz
Das Berliner Duo „Schwarz un Schmitz“ ist auf der Kabarett-Bühne in Hattingen zu Gast.
Foto: Schwarz un Schmitz

Musik, Comedy und feuriges Finale
Doch es gibt auch leichtere Kost: Die junge Jazz-Szene macht die Gebläsehalle zu ihrer Bühne. Das Klavier-Festival Ruhr mit der Folkwang Universität gibt den Takt vor. Sie entführen die Nachtschwärmer in Klangwelten der „JazzLine“. Auf der Kabarett-Bühne stehen Comedy und Chansons auf dem Programm. Helmut Sanftenschneider bringt die Gäste um 18 Uhr in den Abend hinein und gegen 23.30 Uhr wieder hinaus. Dazwischen kommen die Berliner „Schwarz un Schmitz“ mit ihrem „Flugenten“-Programm auf die Bühne. „Da wollen zwei etwas erzählen. Unbedingt. Sie sind witzig und ernst, laut und leise, grell und poetisch“, lobt die Presse. Um 19 und 20.30 Uhr heißt es „rock step, triple step“ beim Lindy Hop-Tanzworkshop. Um 21.15 und 22.45 Uhr verwandelt die „Latin Session Band“ die Hütte in einen Salsa-Tanzpalast. Nach Spaß mit Schweiß rocken dann Alpcologne die Hütte mit Alphorn-Klang und finalem Feuerwerk.

Für Essen und Getränke ist gesorgt. Speziell zur Toskana-Ausstellung bietet das Museum-Restaurant „Henrichs“ zudem die schnelle „italienische Karte“ mit Antipasti und Pasta.

LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Werksstr. 31-33
45527 Hattingen
Karte und Routenplaner

Dattelner Kirche St. Amandus – Denkmal des Monats

Ausschnitt des Sakramentenhauses vor der Reinigung (l.), hier sind Untersuchungsschnitte der 1980er-Jahre und Reinigungs-proben von 2014 zu erkennen, und nach der Restaurierung. Foto: LWL/Nieland
Ausschnitt des Sakramentenhauses vor der Reinigung (l.), hier sind Untersuchungsschnitte der 1980er-Jahre und Reinigungs-proben von 2014 zu erkennen, und nach der Restaurierung.
Foto: LWL/Nieland

Datteln (lwl). Das Erscheinungsbild des um 1520 entstandenen Sakramentenhaus in der Dattelner Kirche St. Amandus war nach starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg, dem Wiederaufbau in den 1960er Jahren und einer Restaurierung 1989 sehr uneinheitlich. Die Kirchengemeinde hat jetzt mit einer Restaurierung dieses Problem und weitere Schä-den behoben. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Sakramentshaus jetzt als Denkmal des Monats ausgezeichnet.

„Die Restaurierung ist sehr gelungen. Weil ockerfarbene und bräunlichen Anstriche, die im Laufe der Zeit hinzugekommen sind, abgenommen wurden, zeigt das Sakramentshaus jetzt ein harmonischeres Erscheinungsbild. Außerdem sind die bildhauerisch hochwertigen Ausarbeitungen der vielen Details und Figuren besser zu erkennen“, lobt LWL-Restauratorin Maria Giese.

Das Sakramentshaus vor der Restaurierung 1989 (l.) und nach der Überarbeitung, bei der neuere Farbschichten entfernt wurden. Foto: LWL/Nieland
Das Sakramentshaus vor der Restaurierung 1989 (l.) und nach der Überarbeitung, bei der neuere Farbschichten entfernt wurden.
Foto: LWL/Nieland

Als das Sakramentshaus in der Zeit von 1963 bis 1966 wieder aufgebaut wurde, konnte ein Großteil der unteren Elemente und der Figuren wieder verwendet werden. Der stark zerstörte Baldachin wurde überwiegend durch Repliken aus Baumberger Kalksandstein ersetzt. Bereits damals waren die originalen Elemente zum Teil mit einem rötlich-braunen und einem ockerfarbenen neueren Anstrich versehen. Da beide Anstriche dick aufgetragen waren, kam die hochwertige Ausarbeitung des Sakramentshauses nicht mehr zur Geltung. „Da die neuen Teilstücke aus Naturstein farblich nicht angeglichen wurden, wirkte das Gesamterscheinungsbild stark gestört“, so Giese.

Eine Restaurierung Ende der 1980er-Jahre sollte diesen Zustand verbessern. Bei einer Untersuchung wurden unter dem rötlich-braunen und dem ockerfarbenen Anstrich mehrere ältere Farbschichten entdeckt. Da sie jedoch nicht in allen Bereichen ermittelt werden konnten, entschied man sich für die kostengünstigere Angleichung farbig unpassender Partien in einer rot-braunen Farbe.

Bei der umfassenden Innenraumsanierung der Kirche in den Jahren 2012/13 nahm die Kirchengemeinde den immer noch unbefriedigenden Zustand des Sakramentshauses erneut in den Blick. Staub- und Rußablagerungen verstärkten diesen uneinheitlichen Eindruck. Da sich einige Teile gelockert hatten und einige Fugen geschädigt oder unpassend ausgeführt waren, entschied die Gemeinde sich für eine erneute Restaurierung. Auf Basis der 1988 ermittelten Ergebnisse wurde die Untersuchung weitergeführt. Dabei stellte sich heraus, dass in einigen Bereichen des Gehäuses, der Figuren, des Sockels und des Baldachins noch ältere Farbschichten vorhanden waren. Eine Probe zeigte, dass die neueren Anstriche teilweise wasserlöslich waren und abgenommen werden konnten, ohne die älteren Farbschichten zu schädigen. In anderen Partien sind unterhalb der neueren Anstriche keine weiteren Farbschichten mehr erhalten, hier legten die Restauratoren den Sandstein frei. Außerdem wurden einige der neueren, farbig unpassenden Teilstücke mit einer Lasur im Baumberger-Kalksandstein-Ton versehen.

Das Sakramentshaus

Das reich verzierte Sakramentshaus wird der münsterschen Steinmetzfamilie Buneckeman zugeordnet. Es besitzt eine beeindruckende Höhe von etwa zehn Metern und befindet sich im ehemaligen Chor des ursprünglich spätgotischen Kirchenbaus. Hier steht es auf einem vierseitigen Sockel und ist mit zwölf Figuren und Baldachinen ausgestattet. Dargestellt sind die Verkündigungsszene an der Vorderseite und Heiligenfiguren an den Seiten. Feingliedrige Fialen und Strebewerk überragen das Gehäuse baldachinartig. Das Sakramentshaus ist aus Baumberger Kalksandstein gefertigt und weist Reste älterer Farbschichten auf.

LWL-Einrichtung:
LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen

Kronprinzessin Victoria von Schweden und Prinz Daniel zu Besuch in Essen

Besuch des schwedischen Kronprinzessinnenpaares, Victoria und Daniel, in Essen v.l.n.r : Ewa Björling, schwedische Aussenhandelsministerin, Oberbürgermeister Reinhard Paß, Kronprinzessin Victoria, Prinz Daniel und Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen Foto: Elke Brochhagen
Besuch des schwedischen Kronprinzessinnenpaares, Victoria und Daniel, in Essen v.l.n.r : Ewa Björling, schwedische Aussenhandelsministerin, Oberbürgermeister Reinhard Paß, Kronprinzessin Victoria, Prinz Daniel und Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen Foto: Elke Brochhagen

Die schwedische Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel waren im Rahmen ihres Besuches in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch, 29. Januar, auch zu Gast in Essen. Begleitet wurden sie unter anderem von der schwedischen Außenhandelsministerin Dr. Ewa Björling und der Bürgermeisterin der schwedischen Stadt Umeå, Ann-Kristin Rönnmark.

Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß begrüßte das Kronprinzessinnenpaar auf dem Gelände des Welterbes Zollverein. Bei strahlendem Sonnenschein wurden die königlichen Hoheiten von vielen Essenerinnen und Essenern begeistert empfangen. Anschließend trug sich Victoria von Schweden in das Stahlbuch der Stadt Essen ein.

Oberbürgermeister Paß nutzte das Treffen auch für einen regen Austausch mit seiner Amtskollegin Bürgermeisterin Rönnmark. Die Stadt Umeå ist im Jahr 2014 Kulturhauptstadt Europas und, wie die Stadt Essen, ein wichtiger Standort für die Bereiche Design und Kreativwirtschaft. Beide bekräftigten den Wunsch, in diesen Bereichen zukünftig auf eine verstärkte Zusammenarbeit zu setzen.

Die schwedische Kronprinzessin Victoria trägt sich ins Stahlbuch der Stadt Essen ein. Foto: Peter Prengel
Die schwedische Kronprinzessin Victoria trägt sich ins Stahlbuch der Stadt Essen ein. Foto: Peter Prengel

Pferde benötigen auch 2014 neues Reitkennzeichen

Mit dem nahenden Frühjahr zieht es Reiter und Pferde wieder raus aus der Halle hinein in die Natur. „Bevor die Pferdebesitzer ihren Ausritt im neuen Jahr starten, sollte die Jahresplakette des Pferdes rechtzeitig gelöst oder verlängert werden“, sagt Carsten Uhlenbrock, zuständiger Projektkoordinator beim Kreis Recklinghausen.

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Reitkennzeichen2014
© Kreis Recklinghausen

Denn: Wer in der freien Landschaft und im Wald mit seinem Pferd reiten will, benötigt ein Reitkennzeichen, gut sichtbar beidseitig am Vierbeiner angebracht. Die aktuellen Plaketten für Pferde sind blau, mit der Aufschrift 14 – sie lösen das orangefarbene Vorjahresmodell ab.

Anlässlich der kommenden Reitsaison unter freiem Himmel gibt der Fachdienst Umwelt einen neu aufgelegten Flyer zum Thema „Reiten im Kreis Recklinghausen“ heraus. Er ist online oder im Kreishaus erhältlich.

Der Kreis Recklinghausen bietet alles, was ein Reiterherz begehrt: Es gibt ein fast 300 Kilometer langes Reitwegenetz. Allein in den Wäldern der Haard eignen sich über 100 Kilometer bestens für diese Zwecke. Am Ausbau und an der Unterhaltung sind die Reiterinnen und Reiter unmittelbar beteiligt, denn die Kosten werden fast ausschließlich durch die Reitabgabe beglichen, zu der jeder Pferdesportler durch den jährlichen Erwerb der Reiterplakette beiträgt.

„Hier ist die Solidarität aller Reiter gefragt, die diese Mittel zum eigenen Nutzen aus ihren Beiträgen aufbringen“, appelliert Carsten Uhlenbrock.

So sind im vergangenen Jahr 1.489 Jahresplaketten verlängert, 266 Reitkennzeichen neu verausgabt worden und damit 45.925 Euro Reitabgabe gezahlt worden. Rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. „Der sich bereits in den Vorjahren abgezeichnete Trend zeigt deutlich, dass die Reiterinnen und Reiter die Bemühungen aller Akteure honorieren, ein qualitativ hochwertiges Angebot an Reitwegen vorzuhalten und dafür die gesetzlich vorgeschriebene Abgabe zu entrichten“, sagte Carsten Uhlenbrock von der Kreisverwaltung.

Der Kreis Recklinghausen profitierte überdurchschnittlich aus dieser zweckgebundenen Abgabe, denn rund 51.300 Euro für Unterhaltungsarbeiten an bestehenden Wegen flossen aus dem Topf der Bezirksregierung Münster wieder in den Kreis zurück.

Die Kreisverwaltung wird zusammen mit den Akteuren des Arbeitskreises Reitwegenetz das bestehende Konzept fortschreiben, um über lokale Ausreitmöglichkeiten die Vernetzung des Gesamtsystems zu ermöglichen.

Ein wesentlicher Baustein hierfür ist zudem das Ziel2-Projekt „Münsterland-Reitroute“, das im Jahr 2014 vollendet wird und damit in den Münsterlandkreisen und der Stadt Münster rund 1.000 Kilometer Reitroute eröffnet. Der Kreis Recklinghausen stellt als Kooperationspartner mit rund 80 Kilometern Strecke auf bereits vorhandenen Reitwegen in einer „Südspange“ durch die Waldgebiete der Hohen Mark und der Haard die wesentliche Verbindung zwischen dem Kreis Borken im Westen und Coesfeld im Osten sicher.

Die jährlich zu erneuernden Jahresplaketten* (Aufkleber) für private Zwecke

  • Erstantrag (Reitkennzeichen + Jahresplaketten): 39,50 €
  • Folgeantrag (Jahresplaketten): 30,50 € für Reiterhöfe**:
  • Erstantrag (Reitkennzeichen + Jahresplaketten): 89,50 €

Als besonderen Service bietet der Kreis auch die Möglichkeit auf Antrag (http://www.kreis-re.de/dok/Formulare/70/Neuantragreitkennzeichen.pdf) eine automatische Zusendungder Jahresplaketten – bis auf Widerruf – an.

Der Kreis wird auch in dieser Reitsaison – wie schon im vergangenen Jahr – in unregelmäßigen Zeitabständen und an wechselnden Standorten Ausschau nach Kennzeichen und Jahresplaketten halten.

„Wir möchten mit unserem Erscheinen entlang der Reitwege in erster Linie all jenen unsere Anerkennung zeigen, die sich rechtmäßig verhalten, regelmäßig jährlich ihre Reitplakette lösen und damit ihren finanziellen Beitrag zur Unterhaltung des Reitroutennetzes leisten“, betont Carsten Uhlenbrock.

Wer sich darüber hinwegsetzt, verhält sich nicht nur unsolidarisch, er begeht auch eine Ordnungswidrigkeit. Das gilt auch für denjenigen Reiter, der mit einem geliehenen Pferd ohne gültige Jahresplakette ausreitet.

Hauptanliegen sei es daher, Reiterinnen und Reiter vom Nutzen der Plakette zu überzeugen und zum ordnungsgemäßen Erwerb zu motivieren. Zu diesem Zweck ist auch der Flyer „Reiten im Kreis Recklinghausen“ aufgelegt worden, der kurz und knapp über die wesentlichen Regelungen wo und wie geritten werden darf, informiert.

Hier ist der Flyer online abrufbar:
http://www.kreis-re.de/dok/Formulare/70/Reitkennzeichen.pdf

Nähere Informationen und ein Online-Antragsformular gibt es im Netz unter www.kreis-re.de (Stichwort: Reitkennzeichen).

  • Das Kennzeichen mit der jeweiligen Jahresplakette gilt unabhängig vom Zeitpunkt des Erwerbs immer nur für ein Kalenderjahr. Es wird nach dem 31. Dezember des jeweiligen Jahres ungültig und muss für das Folgejahr neu beantragt werden.

**Zu den Reiterhöfen zählen alle diejenigen Einrichtungen, die für die Bereitstellung von Reitpferden an Dritte mittelbar oder unmittelbar Entgelte erzielen. Dazu gehören neben den so benannten Einrichtungen auch Beherbergungsunternehmen oder Reitervereine, die Pferde für ihre Gäste oder Mitglieder bereithalten und an diese gegen Entrichtung eines entsprechenden Entgelts – sei es in Form eines mit dem Beherbergungsunternehmen gesondert vereinbarten oder im Pensionspreis bereits enthaltenen Mietpreises oder in Form eines von einem Reiterverein erhobenen erhöhten Mitgliedsbeitrages oder einer gesonderten Nutzungsgebühr – vermieten.