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Selbsthilfegruppen im Kreis Borken

Kreis Borken. Der Kreis Borken hat das 2004 erstmals aufgelegte und seither bereits mehrfach aktualisierte Verzeichnis „Selbsthilfegruppen im Kreis Borken“ jetzt erneuert. Rund 170 Selbsthilfegruppen sind darin aufgeführt. Die Themenpalette reicht dabei von A wie Adipositas über K wie Krebserkrankungen, P wie Psychische Erkrankungen, S wie Schlafapnoe bis Z wie Zöliakie. Kostenlos erhältlich ist die Informationsbroschüre bei den niedergelassenen Ärzten, bei Apotheken, Krankenkassen und weiteren Institutionen sowie beim Kreis Borken. Außerdem steht sie im Internet unter www.kreis-borken.de/selbsthilfeverzeichnis als Download zur Verfügung.

Mit der Broschüre gibt der Kreis allen an Selbsthilfegruppen interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Überblick über das breite Angebot in der Region. Gleichzeitig kann das Verzeichnis Fachleuten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich als Hilfsmittel für die tägliche Praxis dienen, wenn es um die Vermittlung entsprechender Angebote geht.

Weiterführende Unterstützung und Information bei der Suche nach geeigneten Selbsthilfegruppen geben zudem Regina Kasteleiner, Kreis Borken, Fachbereich Gesundheit, Telefon: 02861/82-1160, E-Mail: r.kasteleiner@kreis-borken.de und das Selbsthilfebüro Kreis Coesfeld/Kreis Borken des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Coesfeld, Telefon: 02541/9260222, E-Mail: selbsthilfe-coesfeld-borken@paritaet-nrw.org

Wie aus Alltagsdingen Museumsstücke werden

Die LWL-Tagung fragt danach, was mit Dingen geschieht, die ins Museum kommen? Foto: LWL/Hochgartz
Die LWL-Tagung fragt danach, was mit Dingen geschieht, die ins Museum kommen?
Foto: LWL/Hochgartz

Bocholt (lwl). „Metamorphosen der Dinge. Sammeln – Zeigen – Forschen“, lautet der Titel einer Tagung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am 24. und 25. Oktober in Bocholt veranstalten. Bei der Tagung stellen die Volkskundliche Kommission für Westfalen und das LWL-Industriemuseum Bocholt das Museum als Hort für Objekte auf den Prüfstand. „Wir möchten nachfragen, wie und warum sich unsere Sicht auf Gegenstände verändert, wenn sie ins Museum kommen und dort ausgestellt werden“, erläutert LWL-Museumsleiter Dr. Hermann-Josef Stenkamp. „Als Museumswissenschaftler sind wir in der Pflicht, unsere Arbeit kritisch zu hinterfragen: Was bewahren wir auf, was stellen wir aus? Welche Zusammenhänge werden durch unsere Arbeit erst geschaffen?“

Solche Fragen scheinen sehr abstrakt zu sein, doch wer den Kunstmarkt aufmerksam verfolgt, der weiß, wie die Preise für die Bilder eines Malers in die Höhe schnellen, sobald sich ein renommiertes Museum dafür interessiert. „Der Glaube daran, dass das, was sich in einem Museen befindet, etwas wert ist, gehört zu unseren gesellschaftlichen Grundüberzeugungen“, erläutert Christiane Cantauw, Geschäftsführerin der Volkskundlichen Kommission für Westfalen des LWL. „Selbstverständlich lassen sich die Werte, die die Dinge im Museum repräsentieren, nicht unbedingt in Euro ausdrücken. Der Geldwert einer Egge oder einer Kinderwiege von 1850 ist nicht sonderlich hoch, aber diese Dinge werden im Museum plötzlich bedeutsam. Sie sind nun quasi eine Nabelschnur, die uns mit der Vergangenheit verbindet.“

Das LWL-Textilwerk und die Volkskundliche Kommission haben zahlreiche Wissenschaftler aus ganz Deutschland nach Bocholt eingeladen, um diese Zusammenhänge zu diskutieren.

In einem öffentlichen Abendvortrags wird Professor Gudrun König von der TU Dortmund das Geflecht von Objekt und Museum allgemeinverständlich entwirren und das Publikum mitnehmen auf eine Reise auf den Spuren der Museumsdinge. „Anhand verschiedener historischer Beispiele möchte ich die Transformation von Alltags- in Museumsdinge näher betrachten. Im Mittelpunkt wird dabei die Frage stehen, wie die Musealisierung historische Artefakte als Zeuge und Beleg zurichtet“, erläutert König. In dem Vortrag werden auch Ergebnisse der von der VW-Stiftung geförderten Forschungskooperation zu dem volkskundlichen Sammler Oskar Spiegelhalder vorgestellt, der in den Jahren 1896 bis 1929 drei Sammlungen an süddeutsche Museen verkaufte.

Der Vortrag, für den kein Eintritt erhoben wird, beginnt um 20 Uhr im Drosselsaal 2 (2. Obergeschoß) des Textilwerkes Bocholt.

LWL-Einrichtung:
Volkskundliche Kommission für Westfalen
Scharnhorststr. 100
48151 Münster
Karte und Routenplaner

Viel Bewegung auf dem Grundstücksmarkt

Kreis Borken. Auf dem Grundstücksmarkt im Kreis Borken hat es im vergangenen Jahr wieder viel Bewegung gegeben. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Borken erhielt im letzten Jahr insgesamt 3.373 Immobilienverträge mit einem Geldumsatz von rund 447 Millionen Euro und einem Flächenumsatz von rund 887 Hektar. Das teilt das Gremium mit, das sich jetzt in verstärkter Besetzung zu seiner jährlichen „Richtwertsitzung“ traf. Nachdem in den letzten Jahren auch durch Erreichen der Altersgrenze die Zahl der Mitglieder des Sachverständigengremiums, das vom Land NRW eingesetzt wird, deutlich geschrumpft war, hat die Bezirksregierung Münster nun acht neue Mitglieder in den Borkener Ausschuss berufen.

Hinzugekommen sind Britt-Maren Busch aus Borken, Cäcilia Eing aus Bocholt (beide Architektinnen), Nicole Johann aus Rees (Vorsitzende des Gutachterausschusses in Bocholt), Werner Deitert aus Gescher (Dipl.-Agraringenieur), Hubert Kipp aus Reken, Rupert Koller aus Raesfeld (beide Architekten), Dieter Robers aus Südlohn (Bauingenieur) und Conrad Krug aus Gronau (Dipl. Sachverständiger (DIA). Insgesamt besteht der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Borken nun wieder aus 26 Fachleuten.

Grundstücksmarkt 2013

Der Gutachterausschuss analysierte die Entwicklung in den einzelnen Sparten. Die Zahlen aus Bocholt fließen nicht in die Berechnungen ein, da es dort einen eigenen Gutachterausschuss gibt.

Die Preise für typische Baugrundstücke des Eigenheimbaus stiegen im Kreisgebiet demnach um durchschnittlich rund 2,4 Prozent. Der Durchschnittspreis eines Wohnbaugrundstücks betrug im Jahr 2013 zum Beispiel in Gronau rund 144 Euro pro Quadratmeter (Euro/m²), in Ahaus rund 122 Euro/m², in Borken rund 147 Euro/m² und in Raesfeld rund 194 Euro/m². Im Kreisdurchschnitt lag dieser Wert bei rund 130 Euro/m². Der Flächenumsatz bei Gewerbegrundstücken sank mit 43 Kauffällen gegenüber 2012 um rund 24 Prozent auf etwa 14 Hektar (2012: 51 Fälle mit 19 Hektar).

Im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzflächen stieg im Jahr 2013 der Flächenumsatz mit 100 Verkaufsfällen auf rund 235 Hektar (2012: 79 Fälle mit 167 Hektar). Auch der Quadratmeter-Preis stieg wieder deutlich an. So kletterte der Preis landwirtschaftlicher Flächen im Jahre 2013 auf durchschnittlich 6,86 €/m², während es im Jahre 2012 noch etwa 6,10 €/m² waren.

Die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser sank von 628 im Jahr 2012 auf 618 Gebäude. Bei einem Geldumsatz von 116 Millionen Euro lag der durchschnittliche Verkaufspreis für ein freistehendes Ein- beziehungsweise Zweifamilienhaus bei rund 193.000 Euro. Der durchschnittliche Verkaufspreis für eine Doppelhaushälfte lag bei rund 162.000 Euro.
In der Kategorie Eigentumswohnungen wurde im Jahre 2013 mit 458 Verträgen ein Geldumsatz von 55 Millionen Euro erzielt. Dabei lag der Durchschnittspreis einer Neubauwohnung ohne Garage oder Stellplatz im Kreisgebiet bei rd. 1.950 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Nähere Infos enthält der Grundstücksmarktbericht, den der Gutachterausschuss auch in einer kostenfreien Version im Internet unter www.boris.nrw.de bereitstellt. Darüber hinaus bietet dieses Portal auch die Daten aller anderen Gutachterausschüsse in NRW zur kostenfreien Einsicht an. Fachleute haben hier die Möglichkeit, sich über die für Wertermittlungen nötigen Daten kostenpflichtig zu informieren. Nähere Informationen gibt es auch bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, die telefonisch unter 02861 / 82-2447 zu erreichen ist. Im Internet finden Sie den Gutachterausschuss unter gutachterausschuss.kreis-borken.de.

Karnevalstage ohne Katerstimmung

Diese Jugendlichen sind sich einig: „Vollrausch...ohne mich!" Foto: Kreis Borken
Diese Jugendlichen sind sich einig: „Vollrausch…ohne mich!“ Foto: Kreis Borken

Kreis Borken. Karneval, das bedeutet ausgefallene Kostüme und eine ausgelassene Stimmung. Mit Altweiber und Rosenmontag nähert sich die Karnevalszeit ihren Höhepunkten. Leider scheint für viele Jugendliche und Erwachsene besonders an Karneval ein erhöhter bis exzessiver Alkoholkonsum dazuzugehören. Die Folgen sind oft Filmrisse oder Krankenhaus-Aufenthalte. Gerade jungen Menschen wird durch gezielte Werbung der Eindruck vermittelt, dass zum richtigen Feiern ein hoher Konsum alkoholischer Getränke dazu gehört. Der Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention im Kreis Borken ruft Erwachsene dazu auf, in der fünften Jahreszeit selbst nicht zu viel Alkohol zu konsumieren und die Jugendlichen ebenfalls davon abzuhalten, sich zu betrinken. Es liegt in ihrer Hand, ihnen die richtige Balance zwischen riskantem und gemäßigtem Alkoholkonsum zu vermitteln.

So sollte etwa das Jugendschutzgesetz an den tollen Tagen strikt eingehalten werden: Alkoholische Getränke dürfen weder an unter 16-Jährige abgegeben, noch darf ihnen der Verzehr erlaubt werden. Für den sogenannten „harten“ Alkohol wie beispielsweise Wodka gilt eine Altersbegrenzung von 18 Jahren. Auch Volljährige, die alkoholische Getränke an Minderjährige in ihrem Freundeskreis weitergeben, verhalten sich regelwidrig. Zudem sind die Erwachsenen in ihrer Vorbildfunktion gefragt. Jugendliche orientieren sich in ihrem Trinkverhalten oft an ihren erwachsenen Vorbildern und Begleitern. Deshalb sollen auch Erwachsene verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen.

Ob Eltern, Mitglieder von Karnevalsvereinen oder Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Karnevalsumzugs – sie alle sollen dazu beitragen, dass die Karnevalsfeier für alle Feiernden nicht im Vollrausch endet. „Denn ob das Jugendschutzgesetz eingehalten wird, liegt in erster Linie an der Bereitschaft der Erwachsenen, die vorgegebenen Grenzen zu beachten“, erklären Regina Kasteleiner und Reinhild Wantia vom Kampagnenteam „Vollrausch…ohne mich!“ des Kreises Borken.

Gerade an den Karnevalstagen finden sich in Krankenhäusern vermehrt Jugendliche und Erwachsene, die zu viel Alkohol getrunken haben. Während die Einlieferungszahlen bei den jungen Menschen im letzten Jahr gesunken sind, sind sie bei den Erwachsenen konstant, stellt Regina Kasteleiner aus dem Fachbereich Gesundheit des Kreises Borken fest.
Damit nach dem Karnevalsvergnügen niemand verkatert ist, empfiehlt Reinhild Wantia den Feiernden, nicht über die Stränge zu schlagen, möglichst wenige alkoholhaltige Getränke durcheinander zu trinken und zwischendurch Wasser oder andere nichtalkoholische Getränke zu sich zu nehmen.

Zudem sollen die Feiernden aufeinander acht geben. Karnevalsvereine im Kreis beteiligen sich darüber hinaus an der Kampagne „Vollrausch…ohne mich!“. Ziel dabei ist es, dass Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen am Ende ein positives Resümee der fünften Jahreszeit ziehen – ohne Filmrisse und Katerstimmung.

Weitere Informationen zum Thema gibt es bei den Mitgliedern der Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention:

  • den Jugendschutzfachkräften der Städte Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau sowie des Kreises Borken unter Tel. 02861/82-2235
  • beim Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Borken unter Tel. 02861/900-8880
  • bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung des Kreises Borken unter Tel. 02861/82-1086 und
  • beim Kampagnenteam „Vollrausch…ohne mich!“ unter Tel. 02861/82-1160

Im Rahmen der kreisweiten Kampagne „Vollrausch…ohne mich!“ stehen zudem für alle Interessierten Informationsmaterialien, wie Jugendschutzplakate, Aufkleber und Anstecker, bereit. Sie sind beim Kreis Borken unter der Telefonnummer 02861/82-1160 kostenlos erhältlich. Auch im Internet stehen Informationen unter www.vollrausch-ohne-mich.de bereit.