Stadt Hamm kauft Problemhäuser

Die Stadt Hamm hat die Hochhäuser an der Waldenburger Straße gekauft und wird diese abreißen lassen.  Foto: Stadt Hamm
Die Stadt Hamm hat die Hochhäuser an der Waldenburger Straße gekauft und wird diese abreißen lassen. Foto: Stadt Hamm

Für die Hochhäuser in der Waldenburger Straße 1, 3 und 5 im Stadtbezirk Herringen hat die Stadt Hamm den Zuschlag erhalten. In der privaten Insolvenzsache des bisherigen Eigentümers stimmte die Gläubigerversammlung dem Kauf durch die Stadt zu. „Das war die letzte Hürde. Nach wochenlangen zähen Verhandlungen steht nun endgültig fest: An der Waldenburger Straße wird kein neuer Brennpunkt entstehen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann nach der Entscheidung erleichtert.

Der Kaufpreis liegt bei 2,3 Millionen Euro. Die kalkulierten Abrisskosten des Komplexes liegen bei rund einer halben Million Euro. Ein Teil soll durch die Vermarktung des 12.000 Quadratmeter großen Grundstücks wieder in die Kassen zurück fließen. Der Bereich Waldenburger Straße soll darüber hinaus in das räumlich unmittelbar angrenzende Stadterneuerungsgebiet „Soziale Stadt – Hammer Westen“ einbezogen werden. Damit wird die Voraussetzung für eine mögliche Förderung geschaffen. Derzeit werden in engem Austausch mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und der Bezirksregierung Arnsberg Fördermöglichkeiten zur Entwicklung des Bereichs Waldenburger Straße untersucht.

Die Hochhäuser werden nun schnellstmöglich abgerissen: „Wir gehen davon aus, dass der Abriss spätestens in den ersten Monaten des kommenden Jahres erfolgt“, sagt Hunsteger-Petermann zum Zeitplan. Dass eine Stadt Schrottimmobilien aufkauft, um sie aus Gründen der Stadtentwicklung abzureißen, sei NRW-weit eine Premiere und könne Kreise ziehen. Schließlich hätten auch andere Städte Schwierigkeiten mit Schrottimmobilien, Problemhäusern und dem Entstehen von Brennpunkten“, ist Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann sicher.
Zur weiteren Zukunft des Geländes sollen die Bürgerinnen und Bürger befragt werden. Ein entsprechender Workshop wird im Frühsommer stattfinden. Die Ergebnisse sind Grundlage für einen städtebaulichen Wettbewerb von Investoren.

Denkbar ist unter anderem Mehrgenerationenwohnen, Seniorenwohnen oder auch Wohnen in Einfamilienhäusern. In jedem Fall wird der Standort durch die Neubauten eine deutliche Aufwertung erfahren.

Eines der drei Hochhäuser in der Waldenburger Straße ist teilweise noch bewohnt: Die Mietparteien wurden noch gestern über den Eigentümerwechsel informiert. Die Gespräche zur Vermittlung in andere Wohnungen sind bereits im Gange. Das Gebäude soll im Laufe des Monats September freigezogen werden. Um Vandalismus zu verhindern, ist der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes geplant.

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