MuseobilBox – Museum zum Selbermachen

Mädchen aus Neumünster entwerfen und schneidern ihre eigene Mode, Schüler aus Erlangen sammeln Geräusche und Klänge ihrer Stadt, Dortmunder Kinder formen aus ihren Körpern lebendige Bilder und fotografieren sie. Das sind die ersten von mehreren hundert Aktionen bundesweit. Was alle verbindet, ist eine Box zur Präsentation der Ergebnisse: die „MuseobilBox“.

Monika Bürvenich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Anja Hoffmann, Vorsitzende des Bundesverbandes Museumspädagogik, und Projektleiterin Heike Herber-Fries (l.) vor einer Installation von Museumsboxen, die Kinder und Jugendliche zum Thema "Gemeinschaft" im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern gestaltet haben. Foto: LWL / Appelhans
Monika Bürvenich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Anja Hoffmann, Vorsitzende des Bundesverbandes Museumspädagogik, und Projektleiterin Heike Herber-Fries (l.) vor einer Installation von Museumsboxen, die Kinder und Jugendliche zum Thema „Gemeinschaft“ im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern gestaltet haben. Foto: LWL / Appelhans

Unter diesem Titel initiiert und begleitet der Bundesverband Museumspädagogik (BVMP) seit März 2013 lokale Bündnisse für kulturelle Bildung. Das Projekt gehört zum Programm „Kultur macht stark“, mit dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den nächsten fünf Jahren Angebote der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche fördert.

Eine erste Zwischenbilanz zog der Bundesverband am Montag (4.11.) bei einem Fach- und Schulungstag im Dortmunder Industriemuseum Zeche Zollern des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

272 Einzelprojekte von 90 lokalen Bündnissen für Bildung wurden inzwischen beantragt. Bundesweit werden im nächsten Jahr über 3.000 Kinder und Jugendliche ihre Museumsboxen gestalten. „Und ist erst der Anfang“, so Anja Hoffmann, Vorsitzende des BVMP. Bis zu zehn Millionen Euro stehen für das Projekt „MuseobilBOX“ in den kommenden fünf Jahren zur Verfügung.

Beim Fachtag, den der Bundesverband Museumspädagogik in Kooperation mit dem LWL veranstaltete, trafen sich rund 100 Vertreter von interessierten Museen und Akteure aus bereits laufenden Projekten zum Austausch. Neben Informationen über die Ziele des Bildungsministeriums und Förderkriterien standen Praxisworkshops und Expertenvorträge zur aktuellen Bildungsdebatte auf dem Programm. So sprach der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwege über „Kinder in Armut, Bildungsbenachteiligung und soziale Ausgrenzung“.

Hintergrund

Aktuellen Studien zufolge wachsen rund ein Drittel aller Kinder in Deutschland in einer Situation auf, die ihre Bildungschancen schmälert. Vor diesem Hintergrund will die Bundesregierung kulturelle Bildung in die Breite tragen – genau zu den Kindern, die bislang am weitesten von ihr entfernt sind. Deshalb wurden 35 bundesweit tätige Verbände und Initiativen ausgewählt, die auf lokaler Ebene Bildungsbündnisse anstoßen und begleiten sollen. Der Bundesverband Museumspädagogik hat die Jury mit seinem Konzept eines „Museums zum Selbermachen“ überzeugt und ruft seit März Museen aus ganz Deutschland zum Mitmachen auf. Wichtigste Voraussetzungen sind eine gute Idee, die richtige Zielgruppe und mindestens zwei weitere Partner für ein lokales Bündnis.

Eine mobile Museumsbox – kurz MuseobilBox – steht im Zentrum des Konzeptes. Ausgehend von der Frage „Was aus meinem Leben sollte in einem Museum für die Menschen der Zukunft aufbewahrt werden?“ besuchen Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 16 Jahren ein Museum. Sie beschäftigen sich mit Objekten aus Vergangenheit und Gegenwart, mit fremden Kulturen oder vergangenen Techniken. Ganz nebenbei lernen sie dabei die Arbeitsmethoden eines Museums kennen – das Sammeln, Erforschen, Ausstellen und Vermitteln. „Im besten Fall entwickeln die jungen Menschen Spaß am Museumsbesuch, stellen Bezüge zwischen dem eigenen Leben und dem Museum her und werden selbst kreativ“, nennt Hoffmann das Ziel des Konzeptes.

Ob Workshop, Ferienprogramm, Führung oder Nachmittagsbetreuung – viele Wege führen zum Ziel. Der Museumsbesuch ist Pflicht, aber nicht alle Teile der Maßnahme müssen dort stattfinden. Abschließend bestücken und gestalten die jungen Menschen unter fachkundiger Anleitung von Museumspädagogen ihre Boxen. Daraus entstehen gleich zwei Ausstellungen: eine im Museum selbst und in eine virtuelle im Internet.

Alle Informationen zum Projekt unter: http://www.museobilbox.org.

Kontakt
Bundesverband Museumspädagogik e.V.
Projektbüro MuseobilBox
c/o LWL-Industriemuseum
Grubenweg 5 I 44388 Dortmund
Tel. 0231 69 61 130
info@museobilbox.org

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Grubenweg 5
44388 Dortmund
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