Multimediales Tanz- und Interview-Projekt „Hattinger Protokolle“

Körper bewegen sich durch die Weiten der Gebläsehalle der Henrichshütte. Klänge einer längst verschwundenen industriellen Welt und zeitgenössische Musik treiben die drei Tänzerinnen an. Am Freitag, 22. November, um 20 Uhr erlebt die Performance „Hattinger Protokolle“ im Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ihre Premiere.

Die Choreografin und Tänzerin Kristina Kreis. Foto: Eva Schönfeld
Die Choreografin und Tänzerin Kristina Kreis.
Foto: Eva Schönfeld

Mehr noch als die Klänge haben die Erzählungen der ehemaligen Hüttenarbeiter die Tänzerinnen inspiriert, sich mit dem arbeitenden Körper der montanindustriellen Vergangenheit des Ruhrgebietes auseinander zu setzen. Die ehemaligen Arbeiter erzählen mit rauer und warmer Stimme im Interview aus dem Off von ihrem Leben und ihrer Arbeit. Die Choreografin Kristina Kreis hat sich mit den Tänzerinnen von den Erzählungen bewegen lassen – wo die Worte der ehemaligen Hüttenarbeiter verstummen, setzt die Körpersprache ein.

Kreis – selbst ein „Arbeiterkind“ – und der Literaturwissenschaftler Steffen Stadthaus haben die Auseinandersetzung mit dem Thema Körperlichkeit in aktuellen wissenschaftlichen Diskursen gesucht. Mit den innovativen Mitteln des Tanzes setzen die „Hattinger Protokolle“ die körperliche Erfahrung in ein bewegt-bewegendes Denkmal um. Die Interviews des Oral-History-Projektes des LWL-Industriemuseums Henrichshütte Hattingen werden hierbei der Öffentlichkeit per Video- und Sound-Installation zugänglich gemacht.

Die „Hattinger Protokolle“ sind in Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum entstanden und werden von der Kunststiftung NRW gefördert. Unterstützung leisteten das Fritz-Hüser-Institut (Dortmund), das Schallarchiv Ruhr, Reviercast, Horst Hensel, an Liverecording & Audiorestauration Tesch, die Design Agentur Monozellen, die Fotografin Eva Schönfeld und das ada – Studio und Bühne für zeitgenössischen Tanz Berlin – sowie an die Humboldt Universität zu Berlin.

Kristina Kreis
Die aus Nordrhein-Westfalen stammende Choreografin und Tänzerin Kristina Kreis arbeitet und lebt seit 2004 in Berlin. Im Zentrum ihrer multimedialen Tanz-Performances wie „kein nullpunkt nie“ über den Autor R. D. Brinkmann (2011-12) und „limbs lament mean“ (Hebbel am Ufer, Berlin 2009) mit Texten von M. Foucault steht die Frage nach der Grammatik von Gesellschaft und Körper.

Angelika Thiele
Angelika Thiele ist Tänzerin, Performerin und Choreografin. Sie war Tänzerin an den Staatstheatern Kassel und Oldenburg sowie den Städtischen Bühnen Osnabrück, in der Cobosmika.company und der Kompanie pvc-Tanz Freiburg/Heidelberg. 2011 erhielt sie das „DanceWEB“-Stipendium des Impulstanz-Festivals Wien.

Lea Kalinna
Lea Kalinna ist Performerin und Regisseurin. Lea Kalinna hat an der European University Viadrina und an der Goldsmith, University of London Performance Art studiert. Lea Kalinna arbeitet seit 2010 mit Kristina Kreis zusammen, wie zuletzt bei der Produktion „kein nullpunkt nie 1“.

Hattinger Protokolle – von Kristina Kreis
Freitag, 22.11.2013
LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Beginn: 20 Uhr, Einlass in die Veranstaltungshalle 19.50 Uhr

Eintritt: 13 Euro/ ermäßigt 10 Euro
Karten: LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen, Werksstraße 31-33, Telefon: 02324 9247-140

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Werksstr. 31-33
45527 Hattingen
Karte und Routenplaner

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