Leidenschaftliches Engagement für Kunst und kulturelle Bildung

Der Mäzen und Unternehmer Professor Dr. h.c. mult. Reinhold Würth erhält den mit 25.000 Euro dotierten Internationalen Folkwang-Preis. Mit dem Folkwang-Preis zeichnet der Folkwang-Museumsverein e.V. seit 2010 Personen und Institutionen aus, die sich im Sinne des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus (1874 – 1921) in besonderer Weise für die Förderung und Vermittlung von Kunst an eine breite Öffentlichkeit verdient gemacht haben.

Reinhold Würth wird von der Jury für sein lebenslanges leidenschaftliches Engagement für Kunst und kulturelle Bildung ausgezeichnet. Als Sammler und Kunstfreund wird er von der Überzeugung geleitet, die Arbeitswelt seiner fast 64.000 Mitarbeiter durch Kunst zu motivieren. Dies beweisen nicht nur seine beeindruckende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst und deren Präsentation in Deutschland und anderen europäischen Ländern, sondern auch zahlreiche Initiativen und Projekte, die ganz im Namen der Kunst stehen. In seinem Unternehmen gibt es zahlreiche Kunstdependancen, die in direktem Zusammenhang mit Verwaltungsgebäuden gebaut worden sind. Durch die Gründung der Stiftung Würth Künzelsau (seit 1987) ist der Preisträger zudem auf vielfältige Weise mäzenatisch und fördernd tätig.

Dr. eh. Achim Middelschulte, Vorsitzender Folkwang-Museumsverein e.V.: „Der Internationale Folkwang-Preis wird in Gedenken und im Sinne unseres Gründers Karl Ernst Osthaus (1874 – 1921) verliehen. Er ist absichtlich kein Preis, der eine künstlerische Leistung auszeichnet. Dieser Preis soll Verdienste um die Vermittlung von Kunst und Kultur zur Bildung breiter Bevölkerungskreise ehren. Es gibt meines Wissens international keine vergleichbare Auszeichnung für Persönlichkeiten, denen die Balance von Sammeln und Vermitteln in herausragendem Maße gelingt.“

Dr. Tobia Bezzola, Direktor Museum Folkwang:„Gerade das Beispiel von Karl Ernst Osthaus und seines Museum Folkwang zeigt exemplarisch wie privates Engagement nicht nur für die Gründung von Sammlungen, sondern auch für den aktiven und zukunftsgerichteten Betrieb eines Museums, damals wie heute, von zentraler Bedeutung sind.“

Professor Dr. Martin Roth, Direktor Victoria & Albert Museum:„Die Öffentlichkeit – und damit meine ich nicht nur die kunstgesinnte – wird immer wieder dann auf Reinhold Würth aufmerksam, wenn es um ungewöhnliche, um nicht zu sagen, spektakuläre Ankäufe geht. Wer aber kennt die wirkliche Motivation Reinhold Würths, der als passionierter und wissender Kunstliebhaber und nüchtern denkender Kaufmann eine der beeindruckendsten und schönsten Privatsammlungen aufgebaut hat. Er führt seine Sammlung in ähnlicher Weise wie sein Unternehmen, fachlicher Rat und Mitsprache, Expertenmeinung und Organisationswissen auf hohem Niveau sind stets gefragt und willkommen, der Letztentscheid aber liegt ausschließlich bei ihm. Das trägt zweifellos dazu bei, einen hohen Anspruch an die Qualität der Werke stellen zu können – und diesen zu halten, egal ob es um Tradition, Moderne oder Gegenwart geht. Reinhold Würths Begeisterung für die Kunst ist kombiniert mit seiner Meinung und Haltung, dass Reichtum eine gesellschaftliche Verpflichtung in sich trägt. Reinhold Würth sammelt in gewisser Weise für die Öffentlichkeit. Er übernimmt damit eine Verantwortung innerhalb eines Kulturstaates, die offensichtlich von den politisch Verantwortlichen nicht mehr im herkömmlichen Maße übernommen werden kann. Sein Engagement beschränkt sich dabei nicht nur auf Deutschland, seine Privatmuseen befinden sich in vielen europäischen Ländern. Es gibt bisher nur ein europäisches Netzwerk der Kunstmuseen – es sind die Museen der Würthschen Sammlung.“

Professor Dr. h.c. mult. Reinhold Würth:„Es ist mir eine Freude und Ehre diesen, den weitsichtigen Ideen von Karl Ernst Osthaus verpflichteten Preis entgegenzunehmen. Von Jugend an durfte ich erfahren, dass die Begegnung mit Kunst – und hier beziehe ich mich keineswegs nur auf Bildende Kunst – „nicht allein dem gesellschaftlichen Dekor“ (Osthaus) dient, sondern die Seele atmen lässt. Es ist daher mein Anliegen, das inspirierende Erlebnis guter Architektur und Kunst in den (Arbeits-)Alltag von Mitarbeitern, Geschäftspartnern und interessierter Öffentlichkeit einfließen zu lassen und unterschiedliche Kunstströmungen durch aktive Vermittlung einem breiten Publikum zuzuführen. Die in meinem Unternehmen praxisbewährte Vereinbarkeit von kulturellem Engagement und wirtschaftlichen Interessen zeigt, dass gesellschaftliche Verantwortung keineswegs nur altruistisch sein muss.“

Der Internationale Folkwang-Preis wird alle zwei bis drei Jahre verliehen. Der vom Folkwang-Museumsverein gestiftete Preis wurde erstmals im Herbst 2010 an Neil MacGregor, Direktor des British Museum in London, vergeben.

URL: Museum Folkwang

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