Kultur für Menschen mit geringem Einkommen

Herten. Die Metropole Ruhr verfügt über eine lebendige und vielfältige Kulturlandschaft mit attraktiven Angeboten. Doch nicht jeder kann sich diese auch leisten. Hier hilft die Kulturloge Ruhr. Der gemeinnützige Verein bietet Menschen, für die die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen finanziell nicht möglich ist, kostenfreie Restkarten an. Hierbei helfen jetzt auch vier ehrenamtliche Mitarbeiter in Herten in der neu geschaffenen Dependance im AWO Treffpunkt Schürmannswiese.

2012 wurde in Gelsenkirchen die erste Zweigstelle geschaffen. Für Brigitte Blömeke, stellvertretende Vorsitzende der Kulturloge Ruhr, sind die städtischen Dependancen sehr wichtig: „Das Team kann vor Ort ganz anders agieren.“ Daher freut sie sich, dass die Idee in Herten sofort aufgegriffen und durch die AWO und das städtische Kulturbüro so tatkräftig unterstützt wurde. Ein ehrenamtliches Team aus vier Mitarbeitern kümmert sich hier darum, dass die Restkarten der vielen Kulturpartner des Vereins die Gäste erreichen.

„Kultur ist Allgemeingut“, findet Ralph Bernatz aus dem freiwilligen Team. „Leider sind die Angebote in letzter Zeit viel teurer geworden und das kann sich nicht jeder leisten. Es ist eine tolle Geschichte, wenn man den Menschen solch einen Service bieten kann.“ Das sei Motivation genug für die vier ehrenamtlich Tätigen. So auch für Mareike Donath. Die 25-Jährige beteiligt sich neben ihrem Studium an dem Projekt. „Die Idee finde ich super. Es ist wichtig, dass jeder Mensch die Chance hat, am kulturellen Leben teilzunehmen – da engagiert man sich gern.“

Die beiden Helfer vermitteln gemeinsam mit Helga Rattay und Elke Heider ab sofort donnerstags von 16 bis 18 Uhr die zur Verfügung gestellten Tickets. Nicht nur für Veranstaltungen in Herten, sondern ruhrgebietsweit. „Natürlich werden den Gästen vor allem Veranstaltungen hier in der Nähe angeboten. Sie können aber auch Angebote in anderen Städten wahrnehmen“, erklärt Brigitte Blömeke. Das Team kümmert sich aber nicht nur um die Vermittlung der Karten, sie werben darüber hinaus bei der Tafel oder anderen Institutionen Kulturgäste an. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit durch die Zentrale der Kulturloge Ruhr in Essen.

Selbst Kulturgast werden?

Kulturgast der Kulturloge Ruhr können alle Menschen mit geringem Einkommen bzw. staatlicher Unterstützung werden, also beispielsweise Kundinnen und Kunden der Agentur für Arbeit, und Sozialhilfeempfängerinnen und -emfänger. Ebenso Familien mit geringem Einkommen, Seniorinnen und Senioren mit Grundsicherung sowie Menschen, die von Tafeln unterstützt werden.

Wer selbst Kulturgast der Kulturloge Ruhr werden möchte, besorgt sich am besten einen Flyer des Vereins. Die Flyer liegen in den öffentlichen Einrichtungen und enthalten ein Formular, das sich Interessierte von einem der Sozialpartner ausfüllen lassen können. Dies sind in Herten das städtische Bürgerbüro, das Jobcenter, die städtische Wohngeldstelle sowie die VHS Herten. Anstelle des Stempels des Sozialpartners ist es außerdem möglich, mit einem aktuellen Einkommensnachweis die Eignung als Kulturgast nachzuweisen.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Kulturloge Ruhr www.kulturloge-ruhr.de.

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