Kreuzherrenkloster: Lösung zur Sanierung gesucht

Mönchengladbach. Im Haushalt 2013 waren für die Sanierung des Kreuzherrenklosters in Wickrath Gesamtkosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro vorgesehen, wobei eine Gegenfinanzierung durch Zuschüsse in Höhe von 900.000 Euro erfolgen sollte. Inzwischen liegen der Verwaltung Zusagen von Land und Bund in Höhe von 685.000 Euro vor.
Vor dem Hintergrund dieser sich seit dem Sommer abzeichnenden Finanzierungslücke hat der Rat bisher nur die Durchführung eines ersten Bauabschnittes beschlossen. In der kommenden Ratssitzung am 21. November sollte im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen über einen Beschluss zur Durchführung des 2. Bauabschnittes entschieden werden. Über den aktuellen Sachstand informierte Beigeordneter Dr. Gert Fischer gestern die Mitglieder des Hauptausschusses.

Ende August dieses Jahres hat sich bei verschiedenen gutachterlichen bauphysikalischen und baubiologischen Untersuchungen zur Vorbereitung der Bauarbeiten herausgestellt, dass der Erhaltungszustand des Gebäudes wesentlich schlechter ist, als zu erwarten war. „Danach wären die Kosten dramatisch gestiegen. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung die Durchführung der Sanierungsmaßnahme durch die Stadt nicht weiter verfolgt“, so Dr. Gert Fischer.

Als Alternative wurden Gespräche mit einem Unternehmen geführt, das sich auf den Erwerb und die Herrichtung von Baudenkmälern spezialisiert hat. Das Unternehmen hatte angeboten, das Gebäude gegen einen symbolischen Preis zu übernehmen – vorausgesetzt öffentliche Zuschüsse stünden zur Verfügung. In intensiven und atmosphärisch guten Gesprächen mit dem Unternehmen, den Denkmalbehörden und den Zuschussgebern wurde erörtert, ob dieser Weg gangbar sein könnte. „Dabei standen diese Gespräche unter einem erheblichen Zeitdruck, denn Teile der zugesagten Förderung waren an einen Baubeginn noch im Jahr 2013 gebunden.

Die Gespräche haben ergeben, dass die Übertragung der öffentlichen Zuschüsse möglich gewesen wäre. Allerdings waren wesentliche Teile dieser Zuschüsse auch an die Erhaltung verschiedener Elemente im Inneren des Gebäudes gebunden, die – wie sorgfältige Untersuchungen gezeigt haben – aus technischen Gründen kaum zu erhalten sind. Vor diesem Hintergrund ist die Übertragung der Zuschüsse in ihrer Gänze insbesondere zeitnah nicht möglich. Damit ist die Weiterverfolgung der beschriebenen Alternative nicht möglich“, erläuterte Dr. Gert Fischer.

Zurzeit klärt die Verwaltung in Gesprächen mit den Denkmalbehörden, ob etwa ein vereinfachtes Sanierungskonzept umzusetzen ist. Je nach den Ergebnissen dieser Gespräche müssten neue Überlegungen zur Finanzierung angestellt werden. „Dabei bleibt die Übertragung der Immobilie auf einen fremden Dritten ein wichtiges Element“, so Fischer weiter. (pmg/sp)

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