Hermann Buß nur noch kurz zu sehen

Hermann Buß - Küstenschützer. Fotos: Kreis Unna
Hermann Buß – Küstenschützer. Fotos: Kreis Unna

Nur noch bis einschließlich Sonntag sind die beeindruckenden Werke des ostfriesischen Malers Hermann Buß auf Haus Opherdicke in Holzwicke zu sehen.

Unter dem Titel „ZwischenWelten“ präsentiert der Kreis Unna auf dem kreiseigenen Gut an der Dorfstraße 29 mehr als 70 großformatige Arbeiten des zeitgenössischen Künstlers. Thematisch bilden das Meer in seiner Weite, die raue ostfriesische Küstenlandschaft, die Menschen, die am und mit dem Meer leben, die Schifffahrt in all ihren Facetten und schließlich die Wracks, die vom Ende des Lebens auf dem Meer erzählen, die zentralen Motive im Œuvre des Malers.

„Das Meer ist für uns Menschen immer Hoffnungs- und Sehnsuchtsort gewesen – und wird es wohl auch immer sein“, erläutert Hermann Buß seine Verbundenheit zum Meer. Seine Bilder erklären sich in ihrer subtilen Wirkung oft erst auf den zweiten Blick. Dennoch ziehen sie den Betrachter in ihren Bann und berühren ihn auf seltsame, doch nachhaltige Weise.

Hermann Buß - Spiegelungen. Fotos: Kreis Unna
Hermann Buß – Spiegelungen. Fotos: Kreis Unna

Weit entfernt von verklärender Idylle zeigt der Künstler auch die raue und schroffe Seite der See, die für ihn ein Teil der Lebensrealität ist. Gleichwohl ist die Malerei für ihn „ein Spiegel der Selbstreflexion“ und eine Form des „schöpferischen Nachdenkens“ über die Sinnhaftigkeit des Lebens. In der ihm eigenen Bildsprache konstruiert Buß imaginäre Welten als Grenzorte, als Zwischenräume zwischen Land und See, die in der Wirklichkeit verankert sind, um dann metaphorisch oder transzendental zu werden. Immer bleibt die Deutung des Bildes jedoch offen, um sich erst im Auge des Betrachters mit seiner individuellen Lebenserfahrung zu vollziehen.

Hermann Buß wurde 1951 in Neermoor-Kolonie in der Nähe von Leer als Sohn eines Schiffseigners geboren. Schon in frühester Jugend kam er daher mit der Seefahrt in Berührung, die seinen Lebensweg nachhaltig beeinflussen sollte. Nach dem Abitur 1972 folgte zunächst ein Studium an der Universität Oldenburg mit dem Schwerpunkt Kunstpädagogik und dem Abschluss eines Lehrerexamens. Dazwischen fuhr der Künstler regelmäßig zur See, deren herbe Schönheit ihm auch heute noch eine breite Motivpalette bietet. 1976 zieht der Maler nach Norden und lebt mit seiner Familie „zurückgezogen, aber weltbezogen“ in einem Haus direkt hinter dem Deich. Dort sind auch die meisten seiner imposanten Kunstwerke entstanden.

Die Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, 13. Oktober jeweils von 10.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro (ermäßigt 3 Euro). Kostenlose öffentliche Führungen finden am Sonntag um 11.30 Uhr und um 14.30 Uhr statt.

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