„Für Sport ist man einfach nie zu alt“

„Sport für Ältere, das ist ein Thema, von dem man glauben könnte, das es erst im Zusammenhang mit der inzwischen landauf, landab laufenden Debatte über den demografischen Wandel auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Doch dies ist ein Trugschluss. Während die Debatte über die älter werdende Gesellschaft noch vergleichsweise jung ist, liegt das erste Landesprogramm in Sachen Bewegung, Spiel und Sport mit Älteren bereits mehr als 20 Jahre zurück“. Landrat Dr. Arnim Brux wusste bei der Begrüßung der Teilnehmer des Sportforums genau, wovon er spricht. Schließlich hatte er Anfang der 90er Jahre an einer entsprechenden Broschüre des Landessportbundes und des Kultusministeriums mitgearbeitet.

Freuten sich über Franz Müntefering als fachkundigen Referenten und mehr als 60 interessierte Teilnehmer am Sportforum im Schwelmer Kreishaus: Hans Pechel, Rita Gehner, Landrat Dr. Arnim Brux und Michael Heise/Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
Freuten sich über Franz Müntefering als fachkundigen Referenten und mehr als 60 interessierte Teilnehmer am Sportforum im Schwelmer Kreishaus: Hans Pechel, Rita Gehner, Landrat Dr. Arnim Brux und Michael Heise/Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Jetzt konnte er mit Franz Müntefering, früherer Vizekanzler und Bundesminister, einen prominenten und gleichzeitig auch im Alter sportlichen Referenten im Schwelmer Kreishaus begrüßen. „Für mich ist Sport Lebensqualität, und ich möchte anderen zeigen, dass man für Sport einfach nie zu alt ist. Mit Sport kann man immer anfangen.“ Worte, die Müntefering in den letzten Monaten mit Leben gefüllt hat. So ist er als Botschafter des Programms „Bewegt älter werden“ des Landesportbundes unterwegs und legte mit 73 Jahren erstmals das Deutsche Sportabzeichen ab. „Dieses Abzeichen ist auch 100 Jahre nach seiner Erfindung eine tolle Sache. Jeder kann etwas machen, egal wie alt er ist:“

In seinem Beitrag ließ Müntefering in Form von acht Thesen dann auch keinen Zweifel aufkommen: Um gut und gesund alt zu werden, spielt Sport eine entscheidende Rolle. „Bewegung der Beine ernährt das Gehirn und ernährtes Gehirn erhält jung. Und wem die Beine zu speziell sind, der kann gerne auf Arme, Brust, Kopf ausweiten. Wie auch immer, wichtig ist, die viel zu oft ausgesprochene Einladung zur Bewegungslosigkeit nicht anzunehmen.“

Für Müntefering ist klar, wo Ältere Sport treiben sollten. „Auch wenn manche den Zug der Zeit in der Vereinzelung, Individualisierung genannt, sehen, die Idee des Vereins ist nach wie vor auf der Höhe der Zeit. Hier wird aus dem reinen Sport eine soziale Bewegung, ein menschliches Miteinander, ein kollektives Erlebnis.“

Diesen Ball nahmen der Landrat für den Ennepe-Ruhr-Kreis und Hans Pechtel für den Kreissportbund in der anschließenden Diskussion auf. „Wir sind schon heute ein sehr sportlicher Kreis und viele Vereine stellen sich auf die Bedürfnisse älterer Mitglieder ein, haben sie als Zielgruppe mit Zukunftsperspektive erkannt. Aber, was gut ist, kann ja stets noch besser werden. Schließlich wird der demografische Wandel weitere Spuren in den Sporthallen und auf den Sportplätzen im Ennepe-Ruhr-Kreis hinterlassen. Die damit verbundenen Entwicklungspotentiale gilt es gemeinsam zu nutzen.“

Für Vereine, Kommunen, Schulen und viele andere Akteure komme es darauf an, Sport für Ältere noch mehr zum Thema zu machen, Chancen zu nutzen und Konzepte zu entwickeln. Wie dies aussehen kann, das erläuterten Michael Heise vom Landessportbund und Rita Gehner vom Kreissportbund. Sie stellten Beispiele aus dem vom Landessportbund entwickelten Programm „Bewegt älter werden“ vor.

Stichwort Sportforum

Die Diskussionsreihe „EN-Sportforum“ wurde von Landrat Dr. Arnim Brux initiiert und wird genutzt, um mit Interessierten aktuelle Themen rund um den Sport diskutieren zu können. Dieser Austausch sowie die dabei gesammelten Anregungen und Ideen sollen helfen, um den veränderten Anforderungen an den Sport frühzeitig Rechnung tragen zu können.

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