Festtagung über internationale Frauenbewegungen

Sie studierte in München, den USA und Japan, forschte und lehrte in Berlin, Münster und Duisburg. 22 Jahre lang war Prof. Dr. Ilse Lenz Professorin für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum – nun verabschiedet sie sich. Um ihr Lebenswerk zu ehren, findet am 22. und 23. Februar die Festtagung „Und sie bewegen sich doch! Frauenbewegungen und komplexe (Geschlechter)Verhältnisse in internationaler Perspektive“ an der RUB statt.

Mitbegründung der internationalen Geschlechterforschung

Ilse Lenz forscht vergleichend zu sozialer Ungleichheit und Geschlecht in Europa, Deutschland und Ostasien und zu Globalisierung, Geschlecht und Arbeit (unter anderem in einem Gutachten zur Globalisierung für eine Enquêtekommission des Deutschen Bundestags). Sie hat sich für die Begründung einer internationalen Geschlechterforschung engagiert und zahlreiche theoretische wie empirische Beiträge dazu publiziert. 2008 veröffentlichte sie ein Grundlagenwerk zur Neuen Deutschen Frauenbewegung. Ein zweiter Band, der sich mit der Frauenbewegung in Japan beschäftigt, entstand in Zusammenarbeit mit Michiko Mae, Japanologin an der Uni Düsseldorf, und erscheint in Kürze.

Männerforschung

Außerdem betreute Prof. Lenz die Marie-Jahoda Gastprofessur für internationale Geschlechterforschung an der RUB. Viele ehemalige Mitarbeiterinnen ihres Lehrstuhls sind heute Professorinnen in Deutschland, Japan, Korea, den USA und Taiwan. Ilse Lenz vermittelt Geschlecht mit anderen Ungleichheiten in Klasse oder Kultur. Das schließt die Forschung zu Männlichkeit mit ein. Unter anderem ist sie in einer UAMR-Kooperation an einem Projekt zur Elternzeit bei Vätern aus verschiedenen Schichten und Kulturen beteiligt. Zum 28.2.2014 scheidet sie aus dem aktiven Hochschuldienst aus.

Festtagung mit internationalen Gästen

Die Redner der Tagung kommen aus Frankreich, Japan, Taiwan, den USA und Deutschland. Gemeinsam blicken sie zurück auf die lange Berufszeit einer engagierten Soziologin und beschäftigen sich unter anderem mit Transnationalität in Europa, Frauenbewegungen in Deutschland und Japan und jungen Feministinnen in Mexiko. Ilse Lenz hält einen Festvortrag mit dem Thema „Genderflexer? Zur Geschlechterordnung im globalisierten flexibilisierten Kapitalismus“. Das Netzwerk für Frauen- und Geschlechterforschung NRW organisiert die Tagung in Kooperation mit der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll Stiftung.

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