Doppelhaus mit Stilmix zum Denkmal des Monats gekürt

Doppelhäuser sind nicht erst eine Erfindung der Gegenwart, die auch Inhabern von kleineren Geldbeuteln helfen, den Traum von den eigenen vier Wänden Wirklichkeit werden zu lassen: Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden Doppelhäuser, die sogar den Ansprüchen des gehobenen Bürgertums genügten. Dazu zählt auch das Haus an der Kleimannstraße 5 und 6 in Münster, dessen rechte Hälfte (Nr. 5) der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im März 2001 zum Denkmal des Monats kürte.

Damals hieß es:
Das Haus im Kreuzviertel, das heute das Institut für Nordische Philologie der Universität beherbergt, wurde 1904 vom Bauunternehmer Hubert Roer errichtet. Die linke Hälfte war für seinen Verwalter Josef Hinsen bestimmt, wie die Initialen an der linken Fassade zeigen. Wer sich hingegen hinter den Initalen EN beziehungsweise NE verbirgt und damit Bauherr der rechten Haushälfte war, ist heute nicht mehr bekannt.

Das Doppelhaus, das der letzte Zeuge der gründerzeitlichen Bebauung an der Kleimannstraße ist, wurde als Putzbau errichtet. Schmuckelemente wie die Fenstereinfassungen, Erker, Balkone oder Zierfriese sind aus Sandstein gefertigt. „Neben die neobarocken Formen der Schaugiebel treten Elemente des um 1900 aufkommenden Jugendstils mit ihren Rankenmustern, die den Fries unterhalb der Traufe prägen. Auch im Innern stehen beide Stile nebeneinander. Etwa im Treppenhaus mit seiner neobarocken Wandvertäfelung und seinen fein gestalteten Jugendstil-Stuckflächen“, so LWL-Denkmalpflegerin Dr. Barbara Pankoke.

Während die Portale der beiden Haushälften identisch sind und der durchlaufender Schmuckfries die beiden Hälften verbindet, betonen unterschiedliche Schaugiebel, Fenster und Dachgauben die Individualität der beiden Haushälften. Außerdem ist die rechte Haushälfte deutlich größer und sie steht an der rechten Seite frei. „Damit verkörpert sie den Typ der sogenannten Halbvilla“, erklärt Pankoke. An dieser Seite schließt sich ein Wintergarten mit farbigen Jugendstil-Bleiverglasungen an. Wegen seines guten Zustandes gilt er in Münster als einmalig. Heute dient er übrigens den Studenten als Aufenthaltsraum. Über diese Nutzung freuen sich die Denkmalpfleger: „Dass das Haus als Institut eines vergleichsweise kleinen Faches genutzt wird, erscheint für das Baudenkmal ideal. Denn so musste es nicht umgebaut werden“, betont Pankoke.

Stand: März 2001

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