Die „Salztangente“ ist wieder komplett

Kreis Borken / Borken-Burlo. Die „Salztangente“ ist wieder komplett: Mit der Wiederherstellung des Stabfeldes am Klosterdiek in Borken-Burlo ist das viel beachtete Projekt der „Skulptur Biennale Münsterland 2005“ nun nach drei Jahren wieder vollständig. Der Berliner Künstler Franz John hat das 2010 vollständig abgebaute Stabfeld nur wenige Meter vom alten Standort entfernt neu angelegt.

Franz John
Franz John

Künstler Franz John startete 2005 das Projekt „Die Salztangente“ im Kreisgebiet. Er befasste sich damals mit den gewaltigen Salzlagern im westlichen Münsterland: Die durch einen ausgetrockneten Seitenarm eines Urmeeres hinterlassenen Salzlagerstätten in 1000 Meter Tiefe bildete er in Form von acht Stabfeldern ab. Mithilfe der Stäbe und ihrer Farbabstufungen von Grau nach Blau wird der Verlauf der Salzlager optisch an die Oberfläche geholt. Die „Salztangente“ erstreckt sich über eine Strecke von nahezu 80 Kilometern von Gronau bis Bocholt, entlang von Radwegen. Das Projekt war auf fünf Jahre angelegt.

Das Feld in Borken-Burlo musste 2009 zunächst halb abgebaut werden, da die Stadt Borken entlang des Klosterdieks einen Radweg baute. Nach Ablauf des Fünfjahreszeitraumes im August 2010 mussten dann auch die restlichen Stäbe abgebaut werden, da der Pachtvertrag nicht verlängert werden konnte. Mehrfach suchten der Künstler und die Kulturabteilung des Kreises Borken nach einem neuen Standort in der Nähe des ehemaligen. Im Spätsommer gelang es Franz John dann, ein passendes Gelände zu finden, das nur etwa 150 Meter vom alten entfernt am Klosterdiek liegt. Dank der Unterstützung der fürstlich Salm-Salm’schen Verwaltung in Rhede konnte nun die Station der „Salztangente“ neu errichtet werden.

© Fotos: Kreis Borken
© Fotos: Kreis Borken

Künstler Franz John legte fest, wo die einzelnen etwa 20 Stäbe gesetzt werden. Dabei wurde er vom Borkener Vermessungsbüro Schemmer und Wülfing unterstützt, das bereits 2005 mit ihm die acht Stationen vermessen hatte. Auch die Herbert Ackermann KG aus Borken, die damals die Stahlstäbe angefertigt hat, ist wieder mit im Boot: So liefert sie neue „Kappen“ für die Stäbe, da die alten beschädigt waren und die Farbe abgeblätter war. An jeder der damals angelegten acht Stationen sind an einem Schilderpfahl Informationen zum Projekt, topographische Angaben sowie zur Historie des Salzes zu finden. Ein Kartenwerk mit Informationen zu den einzelnen Standorten und Radwegen wurde vom Kreis Borken in Zusammenarbeit mit Franz John herausgegeben.

Mit Ausnahme des Standortes in Burlo sind die Stabfelder alle nach 2010 erhalten geblieben. Sie liegen in Bocholt-Barlo, Südlohn-Oeding, Stadtlohn-Wenningfeld, Vreden-Großemast, Heek-Ahle, Ahaus-Ottenstein und Gronau-Epe. Wegen der guten Kontakte des Künstlers zur Salzgewinnungsgesellschaft Westmünsterland in Gronau-Epe konnte die Pflege der Standorte auch nach dem Projektzeitraum gesichert werden. Auch der Bauhof des Kreises Borken übernahm an einigen Stationen die Pflegearbeiten, zudem engagieren sich Eigentümer der Flächen für die „Salztangenen-Stationen“.
Mehr Informationen zum Projekt „Salztangente“ gibt es auch im Internet unter www.f-john.de/Projekte/Salztangente.

Zum Hintergrund:

Die Skulptur-Biennale geht auf eine gemeinsame Initiative der Münsterlandkreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf zurück. Die Idee war es, in den ländlichen Regionen Kunstprojekte und -objekte internationalen Zuschnitts zu zeigen. Thematisch beschäftigten sich die zu den Biennalen eingeladenen Künstler jeweils mit den regionalen Besonderheiten – mit landschaftlichen, architektonischen oder historischen Themen. So wanderte die Skulptur-Biennale seit 1999 durch die Münsterlandkreise.

Im Jahr 2005 schloss mit der Reihe im Kreis Borken die Skulptur-Biennale ab.
Von den ursprünglich 15 Biennale-Kunstwerken im Kreisgebiet existieren neben der „Salztangente“ noch fünf: Die „Wanderkapelle“ von Rolf Wicker (zurzeit in Süddeutschland auf Wanderschaft), der „Hubschrauber“ von Ulrich Genth & Heike Mutter im Stadtpark Vreden, die Scheibe „Bon Accord, 37 Grad Celsius“ von Danica Dakic auf dem Schöppinger Berg, „Er macht seine Engel zu Winden“ von Jan Philip Scheibe auf dem Schöppinger Berg und „Die Wanderboje“ von Urban Art aus Berlin (tourt in Berlin und Polen).

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