Denkmalheft: Die besondere Note der Brückstraße

Die Dortmunder Denkmalbehörde startete im Herbst 2011 eine eigene Heftreihe mit dem Titel „Bausteine und Fundstücke. Dortmunder Denkmalhefte“. Damit soll das Anliegen des Denkmalschutzes verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getragen werden. Gleichzeitig betrachtet die Denkmalbehörde die Veröffentlichung als Dankeschön für das beeindruckende Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen und Denkmaleigentümer/innen.

Die Hefte erscheinen unregelmäßig, im Augenblick einmal im Jahr. Die Themenauswahl ist breit angelegt, sie soll Bauwerke, archäologische Ausgrabungen, Ortsteilgeschichte und aktuelle denkmalpflegerische Themen umfassen. Die Hefte sind kostenlos und werden von der Denkmalbehörde im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt ausgegeben – solange der Vorrat reicht. Bislang sind zwei Hefte erschienen, beide sind inzwischen komplett vergriffen.

Ein neues Heft ist nun fertig gestellt, es beschäftigt sich mit der Geschichte der Brückstraße.

Die Brückstraße in der Dortmunder Innenstadt ist das Zentrum des einzigen erhaltenen historischen Altstadtquartiers Dortmunds. Ein Blick in die Geschichte bestätigt diese Behauptung und kommt den Gründen für das Besondere des Stadtviertels auf die Spur. Das neue Themenheft der Dortmunder Denkmalbehörde stellt auf 26 Seiten mit ausführlichem Glossar die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen auf dem Parkplatzgelände an der Ecke Brückstraße/Helle vor.

Als 2005 die Archäologen mit ihren Ausgrabungen auf dem Parkplatz begannen, ahnten sie nicht, das erste Gerberviertel Westfalens zu finden. Wassernähe und Randlage waren die Voraussetzungen zum Betrieb von Gerbereien: entlang der Brückstraße fanden die mittelalterlichen Gerber beides. Im neuen Heft werden die Techniken der Lederproduktion und die Lebensumstände der Gerber anschaulich geschildert.

Gegen Ende des Mittelalters verließen die Gerber das Viertel. Doch da die Brückstraße eine wichtige Ausfallstraße nach Norden war, füllte das Gastronomiegewerbe die entstandene Lücke. Die zahlreichen Gasthäuser erlebten mit dem Bau des Bahnhofes der Köln-Mindener und der Bergisch-Märkischen Bahngesellschaft ab 1847 noch einmal einen besonderen Aufschwung, da der Bahnhofszugang nur von Osten über das Burgtor möglich war. Das Gastgewerbe formte mit seinem jeweils zeitgemäßen Unterhaltungsangeboten die Dortmunder „Vergnügungsmeile“. Auch hierzu finden sich im neuen Heft der Denkmalbehörde in einem eigenen Kapitel interessante Details und Beschreibungen.

Offensichtlich führte die innerstädtische Topographie dazu, dass sich die Gegend mit der Brückstraße im Zentrum jeweils im Ganzen veränderte. So betrachtet, war die Randlage auch ein Glücksfall für Dortmund. Sie bewirkte, dass das Brückstraßenquartier als eigenes Stadtviertel bis heute erkennbar ist und mit Fug und Recht von sich behaupten kann, das einzige erhaltene historische Altstadtviertel Dortmunds zu sein.

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