Das Dorstener Lewandowski-Projekt

Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten und die Chorgemeinschaft St. Agatha Dorsten freuen sich, Ihnen das „Dorstener Lewandowski-Projekt“ vorzustellen. Louis Lewandowski (1821-1894) war ein deutsch-jüdischer Komponist aus Berlin, der vor allem durch die Neubelebung und Öffnung der jüdischen Liturgie bekannt wurde.

„Ursprünglich leitete ein Kantor als Vorbeter und Vermittler zwischen Gott und Gemeinde ohne Instrumentalbegleitung den jüdischen Gottesdienst. Ein Wechselgesang zwischen Kantor und Chor, begleitet von feierlichen Orgelklängen – so verband Louis Lewandowski im 19. Jahrhundert jüdische Tradition mit abendländischer Harmonik zu einem neuen Ganzen. Die Innovationen des großen Meisters und Reformators der jüdischen Liturgie Louis Lewandowski machten den jüdischen Gottesdienst zu einem musikalischen Ereignis. So brachten sie das neu erblühte Selbstbewusstsein der Juden im 19. Jahrhundert zum Ausdruck und verliehen der jüdischen Liturgie weltweit und überkonfessionell neue Ausstrahlung. (Quelle: Webseite www.louis-lewandowski-festival.de)“

Da ist aus Berlin eine musikalische Welle durch die Welt gegangen. Lewandowski wollte nicht, dass die wunderbare deutsche Romantik, die schönen polyphonen Klänge und die Orgelmusik vor den Türen der Synagoge Halt machen. Er hat viel bewegt. Und durch die Vertonung der Psalmen aus dem Alten Testament noch einmal untermauert, wie viel Christen und Juden gemeinsam haben.

Durch das Singen und Einstudieren dieser Musik wird vieles greifbarer als durch bloße Vorträge. Daher möchte die Chorgemeinschaft St. Agatha unter der Leitung von Dr. Hans-Jakob Gerlings ab Mitte Juni zu einem Projektchor zum Studium der Werke Lewandowskis einladen.
Zur Unterstützung des Projektes und auch als Zeichen seiner Wertschätzung hat Franz-Josef Stevens das vorzubereitende Konzert bereits in die renommierte Reihe der „Stadtklänge“ aufgenommen. Der Termin ist am 26. Oktober in der Kirche St. Agatha. Als Organist konnte Martin Welzel aus München gewonnen werden, der im Thema der jüdischen Komponisten eingearbeitet ist.

In der Woche vor dem Konzert wird das Jüdische Museum Westfalen einen Vortrag zum Thema anbieten. Es spricht Dr. Heinrich Simon, Direktor des Centrum Judaicum in Berlin zu Louis Lewandowski, zu dem er kürzlich auch eine Biografie veröffentlicht hat.
Wir freuen uns auf dieses Projekt und hoffen, viele Menschen damit ansprechen zu können. Wir laden ein, zu begreifen, welche Vielfalt die Deutschen jüdischen Glaubens im 19. Jahrhundert hatten, wie viel Deutschland zwischen 1933 und 1945 verloren hat.

Der Projektchor wird am 16. November nach Herford fahren und dort in der Stiftsbergerkirche das Konzert noch einmal singen. Die jüdische Gemeinde Herford wird die Gruppe willkommen heißen, geplant ist ebenfalls eine Synagogenführung.

Zur Einstimmung auf diese wunderbare Musik wird Organist Martin Welzel am kommenden Samstag (15. März 11.30 Uhr) in der Agatha-Kirche die 146. Marktmusik spielen. Auf dem Programm stehen Werke von Louis Lewandowski, Jaromir Weinberger, Joseph Sulzer und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Interessenten am Projektchor können sich ab sofort melden bei barbaraseppi@gmx.de

www.jmw-dorsten.de

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