Kategorie-Archiv: Wissen

Netzwerk zur Alphabetisierung und Grundbildung gegründet

Weiterbildungsministerin Sylvia Löhrmann hat den Startschuss für ein landesweites Netzwerk zur Alphabetisierung und Grundbildung gegeben. Als Schirmherrin des Projekts unterstrich sie bei der Gründungsveranstaltung in Düsseldorf die herausragende Bedeutung eines breiten Bündnisses gegen Analphabetismus: „Jeder Mensch hat Potenziale – Alphabetisierung und Grundbildung sind wesentliche Voraussetzungen dafür, diese zu entfalten und zu stärken. Das neu gegründete Netzwerk soll Initiativen bündeln und Menschen dabei unterstützen, ihren individuellen Bildungsweg zu gehen, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“

Das Netzwerk wird vom Landesverband der Volkshochschulen Nordrhein-Westfalen getragen. Ziel ist es, in verschiedenen Regionen des Landes regionale Bündnisse ins Leben zu rufen und Initiativen vor Ort zu unterstützen.

„Bürgerinnen und Bürger müssen in ihrem regionalen Umfeld erreicht und ermutigt werden – ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Verein“, unterstrich Ministerin Löhrmann. „Lesen und Schreiben zu lernen oder auch den Schulabschluss nachzuholen ist von zentraler Bedeutung und die Basis für demokratisches Handeln. Daher wünsche ich mir, dass sich möglichst viele unterschiedliche Akteure vernetzen und ihr Know-How und Engagement auch in die regionalen Bildungslandschaften Nordrhein-Westfalens hineintragen.“

Zentrale Aufgaben des Netzwerks sind unter anderem die Sensibilisierung von Bürgerinnen und Bürgern für die Alphabetisierung und Grundbildung, die Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte und Formate sowie die Fortbildung und Gewinnung neuer Lehrkräfte für unterschiedliche Lernangebote. Das Netzwerk steht allen Einrichtungen und Akteuren offen und spricht neben den Partnern aus der Weiterbildung auch solche aus Politik, Verwaltung, Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschaft und Verbänden an.

Im Januar 2014 hatten alle Fraktionen des Landtags einen Antrag zur „Bekämpfung des Analphabetismus in Nordrhein-Westfalen“ verabschiedet, der sich ausdrücklich für die Gründung eines solchen landesweiten Netzwerks ausspricht. Ministerin Löhrmann: „Wenn wir es schaffen, in der Alphabetisierung und der Grundbildung voranzukommen, dann kann es uns auch gelingen, die Potenziale der Menschen viel stärker zu heben. Das ist zuallererst gut für die Menschen selbst, es ist aber auch gut für unsere gesamte Gesellschaft.“

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.alphanetz-nrw.de
www.alphabetisierung.de

Sportmediziner nehmen Sportbrillen unter Beschuss

Dummy mit Schulsportbrille © Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin
Dummy mit Schulsportbrille
© Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin

Der erste wissenschaftliche Test von Schulsportbrillen zeigt ein ernüchterndes Ergebnis: Nicht einmal jede zweite untersuchte Brille ist tatsächlich für den Schulsport geeignet, nur sieben von 16 Brillenfassungen bestanden die aufwendige Prüfprozedur. Entwickelt haben den Test Bochumer Sportmediziner um Dr. Gernot Jendrusch (Fakultät für Sportwissenschaft der RUB) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS) und weiteren Projektpartnern. Die Ergebnisse der ASiS-Aktion „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“ wurden am 17.9. in Düsseldorf vorgestellt.

Mit Bällen beschossen

Die Bochumer Forscher und ihre Kooperationspartner haben Brillen getestet, die die Hersteller selbst als „schulsporttauglich“ einstufen. Optische und materialwissenschaftliche Tests allein reichten nicht, die Sportmediziner der RUB nahmen die Brillen auch massiv und wortwörtlich unter Beschuss: Hand-, Volley-, Fuß- und Basketbälle flogen aus verschiedenen Winkeln und Positionen und mit konstanter Geschwindigkeit auf brillentragende Dummys, um möglichst realistische Bedingungen des Schulsports zu simulieren. Dabei kam es nicht nur darauf an, dass die Gläser den Belastungen standhielten, sondern vor allem die Brillenfassungen mit möglichen Verletzungsrisiken, zum Beispiel durch scharfe Kanten, standen im Blickpunkt.

Unter Beschuss: Schulsportbrillen im Belastungstest © Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin
Unter Beschuss: Schulsportbrillen im Belastungstest
© Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin

Neuer Test gibt Empfehlungen

Aus der Arbeit der ASiS und der Ruhr-Universität Bochum ist 2012 der Runde Tisch „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“ entstanden, der u.a. Sportverbände, Hochschulen, Krankenkassen sowie öffentliche und private Versicherer zusammenbringt. Untersuchungen der ASiS belegen, dass jedes vierte Kind fehlsichtig am Schulsport teilnimmt, ohne eine geeignete Sehhilfe zu tragen, die die Fehlsichtigkeit korrigiert. Jedes fünfte Schulkind trägt im Alltag eine Brille, aber jedes zweite davon verzichtet auf eine Sehhilfe beim Sport – oder muss z.B. aus finanziellen Gründen darauf verzichten. Unklare und uneinheitliche Richtlinien überfordern die Lehrkräfte, die oft darüber entscheiden müssen, ob die Brille, die die Kinder tragen, auch für den Schulsport geeignet ist. Der ASiS-Test gibt eindeutige Empfehlungen und ist damit eine Entscheidungshilfe für Lehrer und auch für die Eltern der Kinder und Jugendlichen.

Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport

Die Geschichte des Fußballs im Revier

Das Ruhrgebiet steht für Arbeit, Migration – und Fußball. So wie zum Ende des 19. Jahrhunderts das runde Leder aus England ins Ruhrgebiet migrierte, kamen Millionen Menschen aus verschiedenen Regionen und Ländern ins Revier. Vor allem polnische und türkische Migranten und deren Nachkommen haben nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Fußball im Ruhrgebiet geprägt: von der untersten Kreisklasse bis zu den Traditionsvereinen der Bundesliga.

Die Geschichte des Fußballs im Revier ist eng mit der Geschichte von Zuwanderung und Integration verknüpft. Das Foto zeigt das neben der Zeche Mont Cenis in Herne gelegene Stadtion des SV Sodingen während eines Spiels in den 1950er Jahren. Foto: Stadt Herne
Die Geschichte des Fußballs im Revier ist eng mit der Geschichte von Zuwanderung und Integration verknüpft. Das Foto zeigt das neben der Zeche Mont Cenis in Herne gelegene Stadtion des SV Sodingen während eines Spiels in den 1950er Jahren. Foto: Stadt Herne

Idealtypisch dafür stehen Ernst Kuzorra und Mesut Özil, der eine Sohn ostpreußischer, der andere türkischer Einwanderer. Beide sind in Gelsenkirchen geboren, standen bei Schalke 04 auf dem Platz und wurden zu Schlüsselspielern der deutschen Nationalmannschaft.

Wie haben Zuwanderung und Fußballsport das Ruhrgebiet geprägt? Welche Bedeutung haben Sport und Integration für die Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart?

Diesen Fragen gingen jetzt rund 30 Experten der Fachtagung „Von Kuzorra bis Özil“ im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund nach. Die Tagung war eine Kooperation zwischen der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Verein DOMID (Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland) sowie dem Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Historiker, Kulturwissenschaftler und Fußballexperten beleuchteten in Vorträgen und Diskussionen die Geschichte von Migration und Fußball im Ruhrgebiet. Auf der Tagesordnung standen Themen wie „100 Jahre Fußball und Migration in Deutschland“, „Jüdischer Fußball im Ruhrgebiet“. „Migration und Frauenfußball“, „Polen deutsche Meister – Die deutsch-polnische Zeitungskontroverse“ oder „Fußball und Rassismus“.

Die Tagung diente zur Vorbereitung einer gleichnamigen Ausstellung, die das LWL-Industriemuseum ab Frühjahr 2015 auf der Zeche Hannover in Bochum zeigen wird. Anhand des Querschnittsthemas Fußball will die Schau einen neuen und erfrischenden Blick auf den Alltag und die Geschichte von Migration, Integration und Identitat im Ruhrgebiet richten.

In gleichem Ausmaß wie die Karriere- und Lebenswege von Vorbildern aus dem Profifußball wie Kuzorra, Özil oder Podolski sollen die Geschichten von Amateurspielern im Ruhrgebiet dargestellt werden. Im Sinne der „Helden der Kreisklasse“ will die Schau eine lokale Alltagsgeschichte erzählt werden, die die unterschiedlichen Wege der „Integration vor Ort“ nachzeichnet. „Wichtig ist uns dabei, möglichst viele Perspektiven mit einzubeziehen: verschiedene Generationen, unterschiedliche Kulturen und beide Geschlechter“, so Dietmar Osses, Leiter des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover in Bochum.

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Karte und Routenplaner

21,1 Millionen Menschen kaufen Bücher online

Bücher, Zeitungen und Zeitschriften werden in Deutschland zunehmend über das Internet gekauft. Im Jahr 2012 nutzten rund 21,1 Millionen Personen ab zehn Jahren das Internet für den Bücherkauf. Fünf Jahre zuvor waren es 16,7 Millionen Menschen so das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Frankfurter Buchmesse (09.10. bis 13.10.2013).