Kategorie-Archiv: Unna

Kreis zeichnet ALUnna mit Klimaschutzflagge aus

Der Kreis Unna zeichnete am 31. Januar 2014 das Aluminiumwerk Unna (ALUnna) als erstes Unternehmen 2014 mit der Klimaschutzflagge der Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Agenda 21 aus.

Gewürdigt wird damit ein vorbildliches unternehmerisches Handeln für den Klimaschutz, insbesondere die Implementierung einer Nachhaltigkeits- und Energieeinsparphilosophie in die Unternehmenspolitik und deren umfangreiche praktische Umsetzung.

Die Geschichte der Aluminiumwerk Unna AG beginnt am Standort Unna 1914, und zwar als Messingwerk Unna AG. Nach einer unruhigen Phase in den 1990er Jahren gelang eine nachhaltige Sanierung durch das gemeinsame Engagement von Belegschaft und Führungskräften. Aktuell sind am Standort in Unna eine Gießerei, ein Strangpresswerk und ein Ziehwerk angesiedelt. Beschäftigt werden 350 Mitarbeiter.

Die Gesichter strahlten mit der Sonne um die Wette. Anlässlich der Auszeichnung mit der Klimaschutzflagge freuten sich (v.l.n.r.): Werner Porzybot, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Unna, Jürgen Schäpermeier, Geschäftsführer der Stadtwerke Unna, Wolfgang Brettschneider von der Firma ALUnna und Ludwig Holzbeck, Leiter des Fachbereiches Natur und Umwelt beim Kreis Unna. Foto: Kreis Unna
Die Gesichter strahlten mit der Sonne um die Wette. Anlässlich der Auszeichnung mit der Klimaschutzflagge freuten sich (v.l.n.r.): Werner Porzybot, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Unna, Jürgen Schäpermeier, Geschäftsführer der Stadtwerke Unna, Wolfgang Brettschneider von der Firma ALUnna und Ludwig Holzbeck, Leiter des Fachbereiches Natur und Umwelt beim Kreis Unna. Foto: Kreis Unna

Die ALUnna AG investierte seit 2000 in Produkte, Produktionsanlagen, ihre Bausubstanz und in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter. Dabei wurden in vorbildlicher Weise die Markt-, die gesellschaftlichen und sozialen sowie die Umweltanforderungen berücksichtigt. Sie sind in der unternehmerischen Firmenphilosophie als grundlegende Basis verankert. Die Veränderungen im Unternehmen werden bewusst in diesem Dreiklang vorangetrieben.

So werden kontinuierlich alte unwirtschaftliche Hallen abgerissen und neue aufgebaut. Wie ein etwa 7.000 Quadratmeter großes Ziehwerk im Jahr 2004: „Die alte Hallensubstanz war damals energetisch eine Katastrophe“, gibt Wolfgang Brettschneider als Leiter Einkauf und Umwelt zu. Zusätzlich wurde auch eine Versand- sowie eine Öl- und Umwelthalle (2009 / 2010) errichtet.

Dort wird auch das Hydrauliköl für die Anlagen separiert und als eigenes Rezyklat dem Produktionslauf wieder zugeführt. Dadurch kann die benötigte Menge des neu zu beschaffenden Schmierstoffs drastisch reduziert werden: „Das ist ein wichtiger Beitrag für den Umgang mit Ressourcen“, betont Ludwig Holzbeck, Leiter des Fachbereichs Natur und Umwelt beim Kreis Unna. „Der Bau dieser Halle war ein entscheidender Schritt für die konkrete Umsetzung der Umweltpolitik des Unternehmens“, so Wolfgang Brettschneider weiter.

Doch letztendlich waren es die stetig steigenden Energiepreise, die ALUnna 2013 veranlassten, ein zertifiziertes Energiemanagement einzuführen. Aluminiumverarbeitung beinhaltet viele Umform- und Wärmeprozesse: 2013 wurden am Standort Unna 22,6 Millionen Kilowattstunden Strom (13,2 Prozent weniger) und 33,7 Millionen Kilowattstunden Erdgas (27,6 Prozent weniger) verbraucht. Bezogen auf die produzierte Wertschöpfung sank der Energieeinsatz um annähernd 9 Prozent. Über 10.000 Tonnen Aluminium werden jährlich auf 500 – 800 Grad C° gebracht – zum Teil sogar mehrfach, damit die Umformbarkeit des Werkstoffs erhalten bleibt. Umgerechnet auf den normalen Haushalt könnten damit mehrere Tausend Haushalte in Unna mit Strom und Gas versorgt werden.

„Den Gesamtenergiepreis können auch wir als gewerbliche Endverbraucher kaum beeinflussen. Die Stellschraube, an der wir drehen können, ist die Energiemenge“, macht Wolfgang Brettschneider deutlich. Damit können die Gesamtenergiekosten gehalten oder sogar reduziert werden. „Keine Frage, wir sind schon in der Vergangenheit sorgfältig mit Energie umgegangen. Jetzt können wir aber systematisch Energie einsparen“, betont er.

Grundvoraussetzung dafür war eine strukturierte Erfassung aller Energiemengen von Strom, Gas und Wasser sowie die Bewertung der Energieeffizienz einzelner Anlagen und Prozesse. Dieser Prozess wurde 2011 mit der Entscheidung zur Einführung eines Umwelt- und Energiemanagements eingeläutet und fand im Sommer 2013 mit der doppelten Zertifizierung nach ISO 14001 und 50001 auch ihre Anerkennung durch den TÜV Nord.

Den Einstieg dazu bot der „betriebliche Energiecheck“ – ein kostenloses Angebot der Umweltverwaltung des Kreises Unna und den Stadtwerken Unna. Damit kommt nicht nur System-Know-how (Systematik von ISO-Normen), sondern auch energiefachliches Expertenwissen von den Stadtwerken Unna ins Haus.

Beispielhaft erläutert Wolfgang Brettschneider die weiteren Schritte, die das Werk in 2012/13 zur Ressourcengewinnung und zum Energiesparen unternommen hatte:

  • Eigenes und fremdes Aluminium wird zur Wiederverwendung im eigenen Ofen geschmolzen; die Voraussetzungen dafür sind ein exaktes Erfassungssystem, dass alle Abschnittsreste mit seinen genauen Legierungsbestandteilen erfasst und voneinander separiert.
  • Lufterhitzer wurden gegen andere wesentlich effizientere Heizungssysteme wie Hell- und Dunkelstrahler mit Wärmerückgewinnung ausgetauscht und bei Neuinvestitionen (Presse 114) gleich die Abwärmepotenziale aus der Produktion für die Beheizung von Büros genutzt.
  • Wärme und Isolierung: Die Abwärme aus den Produktionsanlagen genügt neuerdings in den bereits sanierten Bereichen, um die modernisierten Hallen im Winter zu erwärmen.
  • Nach und nach werden die teilweise über 100 Jahre alten Hallendächer saniert, um Tageslicht zu nutzen, moderne Beleuchtungstechniken einzubauen und wesentliche Dämmeffekt zu erzielen.
  • Das Druckluftsystem des Werkes war zuvor dezentral organisiert. Obwohl in einzelnen Teilen erst 2009 installiert, wurde ein zentrales, komplett neues System angeschafft (Dezember 2012).Dadurch konnte der Energieeinsatz von mehr als 2,2 Mio. Kilowattstunden Strom auf unter 700.000 Kilowattstunden gesenkt werden.
  • Das Messwerterfassungssystem zeigt seinen Nutzen und erkennt unbeabsichtigte Verbräuche – im Bereich Wasser, Gas und Strom.
  • Der Kühlwasserprozess konnte exakt analysiert und damit ein großes neues Projekt zum Schutz der Ressourcen angestoßen werden.

Bei der Übergabe der Auszeichnung an Wolfgang Brettschneider und Volker Findeisen, Geschäftsführender Vorstand der ALUnna AG, fasste Fachbereichsleiter Ludwig Holzbeck, Initiator des „gewerblichen Energiechecks“, die Verdienste für den Klimaschutz nochmal zusammen:

Einführung und Zertifizierung von Energie-Managementsysteme gemäß ISO 14001 und 50001.

Implementierung einer Nachhaltigkeits- und Energieeinsparphilosophie in die Unternehmenspolitik und deren allumfassende Umsetzung in die Praxis aus.

Dadurch weitrechende Energieeinsparungen, die schon jetzt die ursprünglichen Prognosen deutlich übertreffen, so dass im Sinne einer nachhaltigen Selbstverpflichtung ein großer Beitrag für die Klimaschutzziele des Kreises Unna geleistet wird.

Oberverwaltungsgericht weist Beschwerde der Kreisstadt Unna ab

Im Verfahren der Kreisstadt Unna gegen das Land Nordrhein-Westfalen und den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Oberverwaltungsgericht Münster die Beschwerde der Kreisstadt Unna abgelehnt. Die Kreisstadt Unna hatte gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen, den Erlass einer einstweiligen Anordnung abzulehnen, Beschwerde eingelegt.

Seine Entscheidung begründet das Oberverwaltungsgericht im Wesentlichen damit, dass trotz des formell rechtswidrigen Zustandes auch ohne den Erlass der einstweiligen Anordnung keine irreversiblen Tatsachen geschaffen würden, die den effektiven Rechtsschutz im Hauptsacheverfahren zunichtemachen oder erheblich behindern können. Bauliche Maßnahmen, welche die Entwertung des Beteiligungsrechtes der Kreisstadt Unna im Zustimmungsverfahren mit sich bringen könnten, seien für das Gericht nicht ersichtlich.

Konflikte zwischen der Einrichtung zur Unterbringung der Asylbewerber und der angrenzenden Wohn- und Hochschulnutzung seien nicht zu erwarten. Im Übrigen werden durch diese Konflikte die Rechte der Kreisstadt Unna nicht beeinträchtigt. Die durch die Kreisstadt Unna beantragte Eilentscheidung würde nach Ansicht des erkennenden Senats zu einer Vorwegnahme der Hauptsache führen. Eine Vorwegnahme der Hauptsache sei hier jedoch nicht im Interesse eines effektiven Rechtsschutzes geboten.
Weitere Rechtmittel gegen die Entscheidung des OVG Münster sind nicht möglich. Das beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen anhängige Hauptverfahren bleibt damit abzuwarten.

Kreistag verabschiedet Nachhaltigkeitsstrategie

Kreis Unna. „LebensWerte“ – so ist die Nachhaltigkeitsstrategie für den Kreis Unna überschrieben. Sie benennt in sechs Themenfeldern mit konkreten Kennzahlen hinterlegte Ziele. Auf dem Weg zum Ziel möchte die Politik die Verwaltung aktiv begleiten.

Der Kreistag beschloss deshalb am 15. Oktober gegen die Stimmen der CDU-Fraktion nicht nur die Strategie als solche, sondern auch die Einrichtung der Kommission „Kreis Unna im Wandel“ und folgte damit einem Antrag der SPD-Fraktion. Zusammensetzung und Arbeitsweise soll sich an der Arbeit der Finanzstrukturkommission (FSK) orientieren. Diese Kommission war im Frühjahr 2006 auf Initiative von Landrat Michael Makiolla eingerichtet und mit Mitgliedern der im Kreistag vertretenden Fraktionen und Gruppen besetzt worden. Sie begleitet seitdem die Verwaltung bei der Erarbeitung bzw. Umsetzung von Konsolidierungsmaßnahmen.

Die Nachhaltigkeitsstrategie war vom Kreis ab September 2012 ein Jahr lang unter wissenschaftlicher Begleitung erarbeitet und vom Bund mit 250.000 Euro gefördert worden. Dabei waren nicht nur Fachleute am Werk; die Menschen im Kreis wurden u.a. durch verschiedene Umfragen – auch im Internet – und bei Workshops aktiv beteiligt.

Für die SPD-Fraktion begrüßte Walter Teumert die Strategie ausdrücklich, „Wir müssen gemeinsam an der Umsetzung arbeiten und vor Ort dafür werben, denn nicht überall ist der Kreis selbst zuständig“, so Teumert und nannte beispielhaft die Flächennutzungspläne.

Auch Herbert Goldmann für Bündnis 90/Die Grünen und Michael Klostermann für die FDP stimmten Teumerts Ausführungen zur Bedeutung der Nachhaltigkeitsstrategie als Chance zur konkreten Zukunftsgestaltung uneingeschränkt zu.

Durch präzise formulierte Kennziffern messbar und damit in den nächsten Jahren besser planbar gemacht werden soll die Lebensqualität im Kreis in den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Beschäftigung, Flächenmanagement, Mobilität und Klimaschutz. Dafür wurden über 40 durchaus ambitionierte Ziele definiert. Dabei geht es z.B. um die Verbesserung der Sprachkompetenz von Kindern, um eine höhere Schulabschlussquote bei Jugendlichen, um eine deutliche Reduzierung des Flächenverbrauchs oder auch um die Steigerung der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen.

Neubau Sportplatz Süd / Am Südfriedhof

Unna. Für den ab 2014 vorgesehenen Neubau der Sportanlage Süd an der Straße „Am Südfriedhof“ werden ab dem 08.10.2013 die vorbereitenden Rodearbeiten ausgeführt. Gefällt werden auch 35 Bäume, die der Baumschutzsatzung unterliegen.

Der Umweltauschuss der Kreisstadt Unna hat in seiner Sitzung am 29.04.2013 die Entfernung der Bäume genehmigt. Für die gefällten Bäume werden 22 Bäume im Bereich der neuen Sportplatzanlage mit Stellplatzanlage gepflanzt. Weitere 26 Bäume werden als Ersatz in Unna-Massen auf dem Gelände der erneuerten Sportanlage an der Sonnenschule im Bereich der Grünfläche mit Finnenlaufbahn wachsen.130791P