Kategorie-Archiv: Münsterland

Wie der Klimawandel den Alltag der Menschen beeinflusst

„2 Grad mehr – na und?“ – Diese provozierende Frage stellt eine Wanderausstellung, die noch bis zum 7. März auf Initiative des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt im Foyer des Kreishauses Steinfurt gezeigt wird. „Klimaschutz auf lokaler Ebene als Bestandteil der Armutsbekämpfung“ lautet der vollständige Titel der Schau – ein Teil des gleichnamigen Bildungsprojektes des Rhein-Sieg-Kreises, das die EU finanziell unterstützt.

Die Schau richtet sich an Schülerinnen und Schüler (ab Jahrgangsstufe 8) sowie an Erwachsene und ist in deutscher und englischer Sprache verfasst. Beispiele aus Bolivien, Brasilien, Chile und Peru machen die sozialen Folgen des Klimawandels deutlich. Fotos und Erfahrungsberichte zeigen die Auswirkungen auf das tägliche Leben der Menschen. Zugleich geht die Ausstellung den Fragen nach, was „Klimagerechtigkeit“ bedeutet, welche Rolle erneuerbare Energien und Energieeffizienz für den Klimaschutz spielen und wie jeder einzelne einen Beitrag dazu leisten kann.

Ziel des Bildungsprojektes „2 Grad mehr – na und?“ ist, über den Zusammenhang von Klimawandel und Armut zu informieren und für Klimaschutz zu motivieren.

Neben der Wanderausstellung bietet das Projekt auch Aktivitäten für Schulen an, wie kostenlose Schulmaterialien und einen Wettbewerb. Detaillierte Informationen über „2 Grad mehr – na und?“ finden Interessierte im Internet auf www.protect-the-climate.eu.

Weitere Infos gibt es auch beim Kreis Steinfurt, Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Claudia Pott, Telefon 02551/ 69 2149, claudia.pott@kreis-steinfurt.de. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung in Steinfurt (montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr), Tecklenburger Straße 10 in Steinfurt-Burgsteinfurt, besichtigt werden.
www.kreis-steinfurt.de

Stadtgeschichte: Zum Tod des Kreisbranddirektors Rudolf Fischer

Leichenzug am 13. Februar 1934 anlässlich des Todes von Fabrikant Rudolf Fischer. Foto: Familie Westerhoff
Leichenzug am 13. Februar 1934 anlässlich des Todes von Fabrikant Rudolf Fischer. Foto: Familie Westerhoff

Am 13. Februar 1934 bewegte sich ein Leichenzug durch die Bocholter Straßen, wie ihn die Stadt vermutlich noch nie gesehen hatte. Der Fabrikant Rudolf Fischer wurde zu Grabe getragen. Er war vier Tage zuvor im Alter von 65 Jahren nach kurzer Krankheit in Münster verstorben.

Mit ihm verlor die Stadt Bocholt einen Mann, der sich auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens einen Namen gemacht hatte und seine ihm anvertrauten Aufgaben mit Engagement, Pflichtbewusstsein und Begeisterung für seine Heimatstadt erfüllte.

Rudolf Fischer war als Unternehmer Mitinhaber der Textilfirma August Fischer & Co. an Schanze/Brückenstraße. 1907 gehörte er zu den Mitbegründern des Vereins für Heimatpflege Bocholt und gilt als Initiator des kurz darauf entstandenen Bocholter Martinszuges. Ebenfalls 1907 schloss er sich der neu gegründeten Städtischen Freiwilligen Feuerwehr an, deren stellvertretender Branddirektor er bis 1918 war. Im Jahr darauf übernahm er den Posten des Kreisbrandmeisters für den Kreisfeuerwehrverband Borken-Bocholt. Ferner gehörte Rudolf Fischer dem Kaiser-Wilhelm-Kriegerverein, dem Stahlhelm Bund der Frontsoldaten und der Deutschen Kriegsgräberfürsorge Ortsgruppe Bocholt an. Für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen wurde er einige Monate vor seinem Tod schließlich zum Kreisbranddirektor ernannt.

Nach dem Seelenamt in St. Georg setzte sich an jenem sonnigen Februarmorgen der mehrere Hundert Meter lange Leichenzug am Trauerhaus in der Friedenstraße in Bewegung. Das Foto entstand an der Ecke Leopoldstraße und zeigt den von Pferden gezogenen Leichenwagen auf der Münsterstraße vor dem Fahrradgeschäft Peltzer. Die übergroße Zahl der Uniformierten mit Stahlhelmern, den Abordnungen sämtlicher Feuerwehren aus dem Umkreis, SA-Mitgliedern, Fahnenträgern und Polizeibeamten hatte die Stelle bereits ebenso passiert, wie die Belegschaft der Firma Fischer und die Familie.

Vor der Pfarrgeistlichkeit und dem Kreuzträger schreitet Brandmeister Josef Weißing, die Verdienstorden und Ehrenzeichen des Verstorbenen präsentierend. Steiger mit brennenden Pechfackeln eskortieren den mit Kränzen geschmückten Wagen zum Friedhof. Es folgen die Vertreter der Behörden und Vereine, allen voran der geschäftsführende Oberbürgermeister Wilhelm Brockhoff. In Höhe der Bismarckstraße bildet der mit Trauerflor versehene automobile Löschzug der Bocholter Feuerwehr das Ende des Leichenzuges. Den Sarg hatte man in die Reichskriegsflagge gehüllt und darauf Helm und Beil des Verstorbenen platziert. Das Grab Rudolf Fischers existiert noch heute auf dem städtischen Friedhof an der Blücherstraße.

Text: Wolfgang Tembrink, Stadtarchiv Bocholt

Zeitenwende auf dem Land

Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen.
Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen.

Wie die Moderne aufs Land kam, sie langsam, aber unerbittlich alte Traditionen verdrängt, macht die Ausstellung „Zeitenwende“ zum Thema. Gezeigt werden im Stadtmuseum Münster historische Fotografien – hier ein Hochrad um 1885 – aus einem Atelier in Harsewinkel. Eröffnet wird dieser spannende Beitrag zur westfälischen Fotografiegeschichte am Sonntag, 9. Februar, um 16 Uhr. Die Wanderausstellung des LWL-Medienzentrums für Westfalen in Kooperation mit dem LWL-Museumsamt für Westfalen macht bis zum 13. April Station in Münster.

SOUNDSEEING V – Klänge zum Angucken

Kreis Steinfurt/Hörstel. Elektronische Schaltungen löten, Solarpaneele kleben und Motoren in Gang setzen – hört sich nach Technikunterricht in der Schule an, ist aber ein Workshop im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel.

Am 9. Februar basteln die Medienkünstler Ralf Schreiber und Christian Faubel gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 15 Jahren elektronische Klangapparate. Einige der Apparate erzeugen leise elektronische Klänge, die an Insekten- und Vogelgesänge erinnern, andere erzeugen ein wildes Klappern und Rascheln. Alle Klangmaschinen werden mit Solarzellen angetrieben, so dass sich die Klänge mit dem wechselnden Tageslicht verändern. Weil die Klangmaschinen zunächst für drei Monate in einen Baum gehängt werden bevor die Teilnehmer sie mit nach Hause nehmen, werden sie in Plastikflaschen eingebaut.

Der vierstündige Workshop beginnt um 13 Uhr und kostet 5 Euro. Die Teilnehmer werden gebeten, eine Plastikflasche mitzubringen. Elektronische Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Interessierte Mädchen und Jungen können sich ab sofort im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst für den Workshop anmelden, Telefon 05459 9146 0, samstags 14 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr, montags bis freitags 8 bis 16 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 14 begrenzt.

www.da-kunsthaus.de