Kategorie-Archiv: Bochum

Sportmediziner nehmen Sportbrillen unter Beschuss

Dummy mit Schulsportbrille © Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin
Dummy mit Schulsportbrille
© Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin

Der erste wissenschaftliche Test von Schulsportbrillen zeigt ein ernüchterndes Ergebnis: Nicht einmal jede zweite untersuchte Brille ist tatsächlich für den Schulsport geeignet, nur sieben von 16 Brillenfassungen bestanden die aufwendige Prüfprozedur. Entwickelt haben den Test Bochumer Sportmediziner um Dr. Gernot Jendrusch (Fakultät für Sportwissenschaft der RUB) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS) und weiteren Projektpartnern. Die Ergebnisse der ASiS-Aktion „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“ wurden am 17.9. in Düsseldorf vorgestellt.

Mit Bällen beschossen

Die Bochumer Forscher und ihre Kooperationspartner haben Brillen getestet, die die Hersteller selbst als „schulsporttauglich“ einstufen. Optische und materialwissenschaftliche Tests allein reichten nicht, die Sportmediziner der RUB nahmen die Brillen auch massiv und wortwörtlich unter Beschuss: Hand-, Volley-, Fuß- und Basketbälle flogen aus verschiedenen Winkeln und Positionen und mit konstanter Geschwindigkeit auf brillentragende Dummys, um möglichst realistische Bedingungen des Schulsports zu simulieren. Dabei kam es nicht nur darauf an, dass die Gläser den Belastungen standhielten, sondern vor allem die Brillenfassungen mit möglichen Verletzungsrisiken, zum Beispiel durch scharfe Kanten, standen im Blickpunkt.

Unter Beschuss: Schulsportbrillen im Belastungstest © Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin
Unter Beschuss: Schulsportbrillen im Belastungstest
© Gernot Jendrusch, RUB-Sportmedizin

Neuer Test gibt Empfehlungen

Aus der Arbeit der ASiS und der Ruhr-Universität Bochum ist 2012 der Runde Tisch „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“ entstanden, der u.a. Sportverbände, Hochschulen, Krankenkassen sowie öffentliche und private Versicherer zusammenbringt. Untersuchungen der ASiS belegen, dass jedes vierte Kind fehlsichtig am Schulsport teilnimmt, ohne eine geeignete Sehhilfe zu tragen, die die Fehlsichtigkeit korrigiert. Jedes fünfte Schulkind trägt im Alltag eine Brille, aber jedes zweite davon verzichtet auf eine Sehhilfe beim Sport – oder muss z.B. aus finanziellen Gründen darauf verzichten. Unklare und uneinheitliche Richtlinien überfordern die Lehrkräfte, die oft darüber entscheiden müssen, ob die Brille, die die Kinder tragen, auch für den Schulsport geeignet ist. Der ASiS-Test gibt eindeutige Empfehlungen und ist damit eine Entscheidungshilfe für Lehrer und auch für die Eltern der Kinder und Jugendlichen.

Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport

Festkolloquium zu Ehren Padma Kant Shuklas

Die Reihe „Physikalisches Kolloquium“ steht am kommenden Montag, 28. Oktober ganz im Zeichen eines großen Wissenschaftlers und internationalen Botschafters der RUB: Zum Gedenken an Prof. Padma Kant Shukla veranstaltet die Fakultät für Physik und Astronomie das Festkolloquium unter dem Titel „Nonlinear Physics“ ab 12.15 Uhr im Hörsaal H-NB. Bereits ab 11.45 Uhr gibt es Kaffee und Tee im Hörsaal. Die Reihe ist öffentlich, alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Groß war die Trauer, nachdem Prof. Shukla Anfang des Jahres auf einer Dienstreise in Neu-Delhi, Indien, plötzlich einem Herzinfarkt erlegen war. Der hoch dekorierte Forscher und Inhaber des „International Chairs“ der RUB sollte dort eine weitere Auszeichnung für seine Arbeit entgegen nehmen. Shukla war unter anderem Träger der Nicholson-Medaille, die er im Jahr 2005 als erster Westeuropäer überhaupt bekam, und seit Herbst 2006 als erster deutscher Staatsbürger Mitglied der Physikklasse der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der nur wenige ausgewählte Wissenschaftler aus aller Welt angehören.

Als Mitglied der Akademie beriet er das Nobelpreis-Komitee. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit waren staubige Plasmen, wie sie zum Beispiel in den Saturnringen vorkommen. In diesen Plasmen entdeckte er die sogenannten Dust Acoustic Waves (Staub-Schallwellen). Prof. Bob Bingham von der University of Strathclyde (Großbritannien) erinnert in seinem Vortrag an der RUB an Prof. Shuklas große Verdienste.

Weitere Informationen
http://www.physik.ruhr-uni-bochum.de/veranstaltungen/physikalisches-kolloquium.html

Comedy zwischen Ghetto und Germanen

Comedy „zwischen Ghetto und Germanen“ präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch (30.10.) um 20 Uhr in seinem Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Zusammen mit dem Moderator Helmut Sanftenschneider – bekannt aus der Reihe „Gute NachtSchnittchen“ – präsentiert der Comedian Abdelkarim „migrantische Augenblicke des Alltags“ aus seinem aktuellen Programm. Den Besucher erwarten Auszüge aus Abdelkarims Leben als Marokkaner in der Bielefelder Bronx – dem „ghettowürdigsten Ghetto Deutschlands“.

Comedy "zwischen Ghetto und Germanen" präsentiert Abdelkarim am 30.10. in der Zeche Hannover. Foto: PR Abdelkarim
Comedy „zwischen Ghetto und Germanen“ präsentiert Abdelkarim am 30.10. in der Zeche Hannover.
Foto: PR Abdelkarim

Mit ostwestfälischem Humor lässt er sie an seinen kleinen und großen Träumen teilhaben und präsentiert Comedy mit Migrationsvordergrund. Die Veranstaltung ist Teil der interkulturellen Wochen „Pott-Püree 2013“. Der Eintritt beträgt 15 Euro. Kartenreservierungen sind möglich unter Tel. 0234 6100 874 oder per Mail: zeche-hannover@lwl.org.

Kommende Veranstaltungen in der Zeche Hannover:

Freitag, 1.11.2013, 20:00 Uhr
Zeche Hannover – Innovationszentrum für Bergbau und Fördertechnik – Vortrag von Dietmar Osses
Zum 120. Jahrestag der Inbetriebnahme der Fördermaschine

Samstag, 2.11.2013, 20:00 Uhr
Der Gesang von den schwarzen Diamanten – Lesung und Konzert (Eintritt frei)

Lesung und Konzert mit dem „Duo Anthrazitmuseum“. Schriftsteller Herbert Somplatzki und Klarinettist Eckhard Koltermann präsentieren Texte und Melodien zu Bergbau, Migration und Alltag der Bergleute.

Sonntag, 3.11.2013, 16:00 – 18:00 Uhr
Saisonabschluss
– Mit Musik und Begleitprogramm zum Ende der Museumssaison

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
Karte und Routenplaner

„Mein Revier! 150 Jahre Zuwanderung ins Ruhrgebiet“

Antonio Usai vor dem Gastarbeiterwohnheim der Zeche Hugo. Gelsenkirchen, um 1958 Foto: LWL
Antonio Usai vor dem Gastarbeiterwohnheim der Zeche Hugo. Gelsenkirchen, um 1958
Foto: LWL

Seit über 150 Jahren ist das Ruhrgebiet eine Zuwanderungsregion. Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderung ins Revier gibt der Historiker und Migrationsexperte Dietmar Osses am Donnerstag (17.10.) im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 19 Uhr zu dem Vortrag ein. Die Veranstaltung ist Teil der interkulturellen Wochen „Pott Püree 2013“. Der Eintritt ist kostenfrei.

Der Vortrag des LWL-Museumsleiters folgt den Spuren der Zuwanderung ins Revier. Millionen von Menschen kamen mit der Industrialisierung ins Ruhrgebiet – viele mit der Hoffnung auf gutes Geld für harte Arbeit, manche aber aus Zwang oder auf der Flucht. Bebildert schlägt der Vortrag einen Bogen von der beginnenden Arbeitsmigration Ende des 19.Jahrhunderts, über die Zäsuren der Kriegsjahre, den Gastarbeitern ab Mitte der 1950er Jahre hin zu Flüchtlingen und Spätaussiedlern der 1980er und 1990er Jahre.

Heute leben Menschen aus über 170 Nationen im Revier. Mehr als 100 verschiedene Glaubensrichtungen werden praktiziert. Schon längst gilt das Revier als „Schmelztiegel der Kulturen“ und zeigt durch die gemeinsame Vergangenheit auch Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft auf.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Pott-Püree 2013“:

Mittwoch, 30.10.2013, 20 Uhr
Olé – StandUp-Migranten. Die Comedian Abdelkarim und Moderator Helmut Sanftenschneider präsentieren migrantische Augenblicke des Alltags zwischen Ghetto und Germanen.
Eintritt: 15 Euro. Karten unter 0234 6100-874 oder zeche-hannover@lwl.org.

Aktuelle Ausstellung

Glück auf! 25 Jahre Förderverein – 120 Jahre Fördermaschine Zeche Hannover
28.9.-3.11.2013
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover, Bochum
Geöffnet: Mi-Sa 14-18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen 11-18 Uhr

Ost-West Begegnungen in Krieg und Frieden. Auf den Spuren einer Familiengeschichte
11.10.-3.11.2013
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover, Bochum
Geöffnet: Mi-Sa 14-18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen 11-18 Uhr

LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
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