Apothekennotdienst funktioniert im HSK

Der Apothekennotdienst funktioniert im Hochsauerlandkreis. Das ist das Ergebnis eines Gespräches im Kreishaus Meschede, zu dem Landrat Dr. Karl Schneider eingeladen hatte. Teilnehmer waren René Graf (Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe), Klaus Bisping (Apothekerkammer, Koordinator des Notdienstes), die Kreisvertrauensapotheker Klaus Mörchen (Meschede), Jürgen Schäfer (Winterberg) und Karl-Heinz Werner (Arnsberg) sowie Dr. Peter Kleeschulte (Leiter Kreisgesundheitsamt) und Amtsapotheker Christian Stockebrand.

René Graf und Klaus Bisping erklärten, dass es seit der Umstellung des Notdienstsystems Anfang 2012 kaum Patientenbeschwerden gegeben hat: „Die Apothekerkammer musste auf die Strukturreform beim ärztlichen Notdienst reagieren. Die Neuausrichtung mit einer zentralen Steuerung aus Münster hat sich aus heutiger Sicht bewährt sowie für eine bessere Verteilung und Flächenabdeckung gesorgt.“ Das konnten die drei Kreisvertrauensapotheker bestätigen. Gerade bei den Notdiensten in der Woche kommt meist nicht mal eine Handvoll Patienten in die jeweilige Notdienstapotheke: „Es sind dann auch nicht, wie oft vermutet wird, Rezepte für ältere Menschen, die eingelöst werden.“ Wenn es Druck gibt, dann höchstens an den Wochenenden. Aber darunter sind viele Kunden, die ohne Rezept zum Einkaufen kommen (rund 60 Prozent, Tendenz steigend). Längere Fahrstrecken kommen nur in Einzelfällen vor, lassen sich aber aufgrund der ländlichen Gegebenheiten im Sauerland nicht vermeiden.

Statistisch gesehen nutzt ein Einwohner nur alle 25 Jahre eine Notdienstapotheke. Erhebungen der Apothekerkammer aus 2012 und 2013 haben gezeigt, dass lediglich 5,0 Prozent der Patienten während der Notdienstzeiten über 60 Jahre und 0,3 Prozent über 80 Jahre alt sind. Auch der demografische Wandel macht vor den Apotheken nicht Halt. So haben in den vergangenen zwei Jahren bereits über 100 Apotheken in Westfalen-Lippe geschlossen. In den kommenden zehn Jahren wird nochmals jede fünfte Apotheke zumachen. Die Dichte der Apotheken zeigt sich auch an der Anzahl der jährlichen Notdienste: Jürgen Schäfer aus Winterberg hat 35 bis 40 Dienste, sein Kollege Karl-Heinz Werner aus Arnsberg kommt dagegen auf etwa 15. Der Durchschnitt liegt bei 20 Diensten im Jahr.

Landrat Dr. Karl Schneider bedankte sich für die Aufklärung seitens der Apothekerschaft: „Es sollte durch die Apothekerschaft und die Kammer angestrebt werden, möglichst eine Apotheke in der Nähe einer der sechs ärztlichen Notfallpraxen im Kreisgebiet zu öffnen, damit die Wegstrecken überschaubar bleiben. Die anhand von Medienberichten geschilderten Fälle sind Ausnahmen, die leider nicht immer vermeidbar sind.“ Der Hochsauerlandkreis und die Apothekerkammer werden weiter in Verbindung bleiben, um auf Bedarfe reagieren zu können.

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